Der Zaun: Was man dazu wissen muss ….

Erstellt am 11. Mai 2020 (10:08)
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Mag. Wolfgang Ferstl: Haben Sie gewusst, dass nur rechts vom Haupteingang ein Zaun gesetzlich vorgeschrieben ist? Auch für Einfriedungen gibt es je nach Bundesland baurechtlich unterschiedliche Bestimmungen.

Grundbesitzern steht es grundsätzlich frei, ob sie ihren Grund einfrieden oder nicht. Im Interesse einer guten Nachbarschaft gilt: Jeder Grundeigentümer hat auf der rechten Seite seines Haupteingangs für die nötige Abschließung zu sorgen. Der Begriff „Haupteingang“ ist nicht wörtlich zu verstehen.

Es kann sich dabei auch um einen Hauptzugang oder eine Haupteinfahrt handeln. Häufig entstehen Probleme, wo etwa die Haupteingänge von benachbarten Grundstücken an verschiedenen Straßenfronten liegen, hier gibt es keine gesetzliche Lösung. Auch bezüglich der hinteren Grenzzäune enthält das Gesetz keine ausdrückliche Regelung. In diesen Fällen ist es ratsam, das Einvernehmen mit den Nachbarn herzustellen. Bei neu bebauten Grundstücken besteht keine generelle Einfriedungspflicht. Ein Zaun ist dann zu errichten, wenn ein Bedürfnis danach besteht. In bebautem Gebiet ist dies regelmäßig der Fall. Welche Art der Einfriedungen zulässig ist, bestimmen die Bauordnungen der einzelnen Bundesländer.

In Niederösterreich sind Einfriedungen, die keine baulichen Anlagen sind und gegen öffentliche Verkehrsflächen gerichtet werden, innerhalb eines Abstandes von sieben Metern von der vorderen Grundstücksgrenze, gemäß § 15 der Niederösterreichischen Bauordnung nur anzeigepflichtig. Die Bebauungspläne der Gemeinden können jedoch gesonderte Regelungen enthalten.

zVg Rechtsanwaltskammer NÖ

Mag. Wolfgang Ferstl
Rechtsanwalt in Wiener Neustadt
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