30 Jahre Hopferl: Ein Biertreff wurde zum Stadtwirtshaus

Erstellt am 07. September 2022 | 00:00
Lesezeit: 4 Min
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Von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft: Das Hopferl feiert Jubiläum.

Eigentlich ist das meiste schon erzählt. „Unsere Stammgäste kennen unsere Geschichte, sie waren ja dabei“, schmunzelt Monika Hag. Vor 30 Jahren haben sich ihr Gatte Josef und sie selbständig gemacht, das heutige „Stadtwirtshaus Hopferl“ am Gmünder Stadtplatz als „Hopferl & Schmalz“ in der Meridian-Passage gegründet. Und weil so viele das Hopferl-Team „eh kennen“, weiß man auch: Der runde Geburtstag wird sicher ganz besonders gefeiert.

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Foto: zVg

Ein Blick zurück gehört nach all den Jahren in der Gastronomie dazu. In den 1970er Jahren zog es Monika und Josef Hag als junge Menschen für die Arbeit nach Wien. Sie für eine Ausbildung im Sozialbereich, die dann über Umwege in die Hotellerie führte. Er für einen Job im technischen Bereich, aus dem eine Top-Anstellung bei den Wiener Linien wurde. Gekannt haben einander die zwei Waldviertler anfangs nicht, es war erst 1978 auf einer Zugfahrt „nach Hause“ so weit.

Interesse für Wirtschaft traf auf Gastro-Erfahrung

Schließlich lebten Monika und Josef Hag gemeinsam in Wien – und gründeten eine Familie. Tochter Cornelia war schon geboren, als der Wunsch zur Selbständigkeit immer größer wurde. „Ich habe mich schon immer für Wirtschaft und Unternehmensführung interessiert, alles verschlungen, das es zu lesen gab“, sagt Josef Hag: „Ich wollte ein Unternehmen gründen, um gestalten zu können. Monika hat Ausbildung und Erfahrung aus der Gastronomie mitgebracht, so konnten wir beide unsere Talente bestmöglich einbringen.“

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Foto: zVg

Klingt logisch. Ein Sprung ins kalte Wasser, ein Schritt ins Ungewisse, oder wie es auch bezeichnet wird: Es war dennoch ein Risiko. Aber das ursprünglich als kleine Einkehrmöglichkeit im damals neu geschaffenen Einkaufszentrum in der Gmünder Altstadt – der Meridian-Passage – eingerichtete „Hopferl & Schmalz“ entwickelte sich gut. „Aus dieser Küche haben wir Gerichte rausgegeben, das konnte sich keiner vorstellen“, schmunzelt Josef Hag. Das war auch den Kochkünsten „der Elfi“, Monikas Mutter, zu verdanken.

Das Lokal wurde immer wieder erweitert, bis im September 2009 der Tag gekommen war: Monika und Josef Hag und ihr Team eröffneten das „Stadtwirtshaus Hopferl“ und zogen von der Meridian-Passage auf den Stadtplatz. Ein ehemaliges Modegeschäft wurde umgebaut, bietet seither Platz für Gasträume, Brasserie, Vinothek und Gastgarten.

Als es im Hopferl ruhig und finster wurde

Seit den Anfangstagen des „Hopferl & Schmalz“ hat sich manches verändert, manches nicht. „Es muss eben unsere Berufung sein, unseren Gästen das Gefühl der Einkehr bei Freunden geben zu können“, blickt Josef Hag zurück. Wer ihn kennt, der hat an dieser Aussage keinerlei Zweifel.

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Foto: zVg

Umso schwerer dürften die Herausforderungen der vergangenen Jahre mit Pandemie und Lockdowns gefallen sein, in denen es „einfach ruhig und finster war, wenn wir runtergegangen sind“. Das Interesse an wirtschaftlichem Geschehen hörte vor allem nicht beim eigenen Unternehmen auf: Josef Hag bringt sich ins Stadtgeschehen immer wieder als Initiator diverser Veranstaltungen ein, war auch Obmann der Kaufleutevereinigung „Echt Gmünd“. Touristisch habe sich die Stadt erfreulich entwickelt, neue Angebote habe er nie als Konkurrenz, sondern als wertvolles Nebeneinander gesehen, betont er.

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Foto: zVg

Am 11. September ab 10 Uhr lädt das Hopferl anlässlich des Jubiläums zum Kirtag am Stadtplatz . Geplant sind unter anderem Kirtagsstandln, Musik – und das Plaudern über „Wirtshaus-Gschicht’n“ aus 30 Jahren Hopferl, die zu einem gemeinsamen Buch werden sollen.

Die Vergangenheit ist bekannt, wie steht es um die Zukunft? Er mache sich um die Nachfolge keine Sorgen, sagt Josef Hag: „Unsere Tochter Cornelia und unser Sohn Florian arbeiten beide seit Jahren im Betrieb mit, sind gut ausgebildet und interessieren sich für Gastronomie und Unternehmensführung.“ Also – auf die nächsten 30 Jahre.