„Wir wollen am Puls der Zeit sein“. Worthington Cylinders erzeugt in Kienberg seit den 1920ern Stahlflaschen. Nun startet man mit dem neuen Wasserstoffwerk in eine neue Ära.

Erstellt am 29. Juli 2020 (00:01) – Anzeige
Im Herbst 2020 soll die Produktion im neuen Werk starten.
Theo Kust

Das Kienberger Traditionsunternehmen stellt Hochdruckbehälter für die Befüllung mit verschiedenen Gasen her. Bisher war das Produktsortiment auf Hochdruckstahlbehälter beschränkt. Diese Stahlflaschen kommen zum Beispiel in Krankenhäusern als Behälter für die Beatmung mit Sauerstoff zum Einsatz, aber auch beim Schweißen oder bei der Feuerwehr.

Ab Herbst 2020 erweitert sich Worthingtons Produktpalette auf sogenannte Hochdruck-Composite-Behälter. Diese bestehen je nach Typ aus einem Kunststoff- oder Aluminiummantel, welche dann mit gehärteten Kohlefasern vollumwickelt werden. Diese Composite-Druckbehälter halten noch höheren Drücken stand und werden daher für Wasserstoff und Erdgas als Tanks in Autos, Bussen, LKWs, Zügen und Schiffen verwendet.

Verkaufsleiter für Alternative Antriebe für Schwerfahrzeuge, Ing. Radiša Nunić, und Produktionsleiter Ing. Martin Emsenhuber präsentieren eine komplett ausgestattete Gastankanlage.
Anna Faltner

Mit dem Eintritt von Geschäftsführer Timo Snoeren ins Unternehmen im Jahr 2018 starteten die ersten Marktstudien und Gespräche mit Experten zum Thema Wasserstofftanks. Ein Jahr später ging es los mit konkreten Planungen mit Baufirmen sowie Behörden – eine neue Produktionshalle sollte entstehen. Der Spatenstich erfolgte dann am 2. August 2019. Gleichzeitig wurde mit den Erdbauarbeiten begonnen. Der Grundstein für das neue Wasserstoffwerk war gelegt. Mit dieser Vergrößerung werden in Kienberg ab sofort die Weichen für einen zusätzlichen Produktionszweig gestellt, wodurch der Markt für erneuerbare Energien bedient wird. Damit nimmt Worthington den vordersten Platz unter den innovativsten Metallindustrie-Betrieben Niederösterreichs ein.

 

zVg

 

 

 

 

Interview mit dem Geschäftsführer Timo Snoeren:

Herr Snoeren, Sie sind seit zwei Jahren Geschäftsführer von Worthington Cylinders am Standort Kienberg. Mit welchen Themen waren Sie seitdem besonders beschäftigt?

Ja, das ist richtig. Meine Hauptthemen waren seither ganz klar Innovation und Digitalisierung. Es ist mein persönliches Anliegen, dass wir ein zukunftsorientiertes Unternehmen sind. Ich bin ein klarer Förderer jeglicher Neuerung, die unser Geschäft auch in der Zukunft sichert. Daneben ist mein Herzensprojekt, nach außen und auch innerhalb der Belegschaft zu vermitteln, was hinter unseren Hochdruckbehältern steckt – damit meine ich welches Know-How, welche Kultur, welche Qualität, welcher Einsatz.

Wo soll die Reise hingehen? Was sind Ihre Ziele für das neue Wasserstoffwerk?

Das Wasserstoffwerk macht uns ganz klar zukunftsfit, denn es erweitert unsere Produktpalette immens: Wir können nun nicht nur Industriegase-Kunden mit Hochdruckbehältern aus Stahl versorgen, sondern auch Auto-, Züge- Schiffs- und LKW-Hersteller mit Hochdruck-Tankbehältern aus Composite-Materialien. Wo die Reise hingehen soll, das wird sich zeigen. Jetzt machen wir erst einmal Nägel mit Köpfen und starten im Herbst mit der Produktion im neuen Wasserstoffwerk.

Nachhaltigkeit ist bei Worthington ein wichtiges Thema. Wie stehen Sie selbst dazu?

Nachhaltigkeit lebe ich insbesondere auf dem Weg von A nach B. Ich habe mich mit meiner Familie zum Beispiel in Gaming angesiedelt, was mir einen äußerst kurzen Arbeitsweg ermöglicht. Für Geschäftsreisen habe ich die Bahn für mich entdeckt! Für das Besuchen unseres polnischen Standorts ziehe ich mittlerweile den Zug dem Flugzeug vor.

Was trägt Worthington zu einer nachhaltigen Mobilität bei? Und wo könnte man hier noch stärkere Maßnahmen setzen?

Worthington liefert Fahrzeugbauern den passenden Tank für deren wasserstoff- oder erdgasbetriebenes Fahrzeug. Worthington trägt also sehr viel bei. Unsere Hoffnung ist, dass die österreichische Bundesregierung der Ankündigung ihrer Wasserstoffstrategie Taten folgen lässt.

Welche Pläne gibt es in diesem Bereich für die Zukunft? Wo soll das Unternehmen in 20 Jahren stehen?

Unser Ziel ist es, in jeglicher Hinsicht am Puls der Zeit zu sein und mit unserem Lösungsangebot die Bedürfnisse unserer Kunden bereits vorauszusehen.

Worthington wurde 13 Mal unter den „Besten Arbeitgebern Österreichs“ gereiht und vier Mal in Folge von den Mitarbeitern auf Platz eins gewählt. Wie wichtig sind Ihre Mitarbeiter?

13 Mal in Folge war Worthington Cylinders auf der Liste der besten Arbeitgeber Österreichs zu finden. Vier Mal holte sich die Firma den Sieg.
Great Place to Work/Daniel Nuderscher

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Wichtigste, denn ohne sie könnten wir diese Auszeichnung gar nicht bekommen! Sie sind es, die durch ihre anonymen Bewertungen der Firma Worthington ein so gutes Zeugnis ausstellen.

Bei Worthington Cylinders in Kienberg arbeiten 400 Menschen aus 18 unterschiedlichen Nationen. Zwei Drittel der Mitarbeiter sind in der Produktion tätig, ein Drittel in der Verwaltung. Würden Sie auch gerne bei einem der „Besten Arbeitgeber Österreichs“ tätig werden? Initiativbewerbungen sind jederzeit willkommen unter at-personalbuero@worthingtonindustries.com

Worthington Cylinders GmbH, Beim Flaschenwerk 1, A-3291 Kienberg bei Gaming, Austria Tel. Nr. 07485-606-0

Email: at-worthington@worthingtonindustries.com