Trainerwechsel beim UHC Tulln. Der UHC Tulln hat auf die Niederlage gegen St. Pölten reagiert. Am Mittwoch war der Trainerwechsel perfekt. Günter Grafelmann folgt Jörg Sibral.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 20. Februar 2020 (16:01)
Jörg Sibral ist nicht mehr Trainer des UHC Tulln.
Wolfgang Stritzl

Jörg Sibral war von seiner Ablöse überrascht. „Ich hätte es gerne bis zum Schluss durchgezogen. Aber der Verein wollte ein Signal setzen. Vielleicht ist es genau das, was die Mannschaft gebraucht hat.“ Sibral weiß um die Schwere der Aufgabe. „St. Pölten hat junge Spieler, die vier Mal pro Woche trainieren und konditionell besser sind als wir.“ 

Grafelmann leitete am Mittwoch bereits das Training. Taktisch sind unter seiner Führung „keine Weltwunder“ zu erwarten: „Zurück zum Kampf, den verunsicherten Spielern wieder Selbstvertrauen geben“, heißt die Devise. 

Unter Sibral in Tulln trainiert

Die Liebe verschlug den Deutschen, der in der 1./2. Liga Deutschlands und Norwegens spielte, nach Klosterneuburg. Vor zwei Jahren dachte er der heute 40-Jährige kurz an sein Comeback, absolvierte unter Jörg Sibral drei, vier Trainings, nahm von der Wieder-Aufnahme seiner aktiven Karriere allerdings Abstand und trainierte später fallweise die Tullner Jugend.

Dieser vermittelte Grafelmann die nord- und süddeutsche bzw. norwegische Handball-Kultur. Entwicklungsarbeit kann er bei Tullns Herrenmannschaft nicht leisten. Dafür ist die Zeit zu kurz und die Lage zu ernst. „Das Wichtigste ist der Einsatz und der Wille. Diese Tugenden brauchen wir jetzt. Alles andere ist zu vernachlässigen.“ Dem Ziel Klassenerhalt ist alles unterzuordnen. Grafelmann richtet auch einen Appell an die Zuschauer: „Wir brauchen in unserer Situation jede Unterstützung. Jeder einzelne Zuschauer muss mobilisiert werden, von Hund, über Katze bis hin zur Maus.“ 

Grafelmann steht dem UHC Tulln nur bis Sommer zur Verfügung. „Derzeit schließe ich aus, darüber hinausgehend Trainer zu sein.“