56-Jähriger würdigte auf Facebook den Islam herab. 56-Jähriger würdigte auf Facebook den Islam herab. Er muss jetzt 30 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Von Alex Erber. Erstellt am 18. Juli 2019 (03:03)
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Symbolbild

Noch schnell ein Schluck Cola aus der Dose und dann geht es für einen 56-Jährigen hinein in den Saal des Landesgerichtes St. Pölten – für den Absdorfer eine Premiere, er kam bisher noch nie mit der Justiz in Berührung, ist unbescholten.

Die Herabwürdigung religiöser Lehren wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor. Der Kellner hat auf Facebook ein Bild geteilt, das den Propheten Mohammed beim Penetrieren einer Ziege zeigt. Darüber schrieb der Angeklagte das Wort „Satire“, was ihn freilich nicht vor dem Prozess bewahrte.

„Es sollte humorvoll gemeint sein, ich habe das Ganze unmittelbar nach der Causa Jan Böhmermann geteilt“, gibt der Mann zu Protokoll. Der deutsche Satiriker hatte ein Gedicht mit ähnlichem Inhalt über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan verfasst, was zu Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland geführt hat.

„Es sollte humorvoll gemeint sein, ich habe das Ganze unmittelbar nach der Causa Jan Böhmermann geteilt“

„Sie sind eben kein Satiriker“, meint darauf der Richter. „Quod licet Iovi, non licet Bovi“, was dem Böhmermann erlaubt ist, ist dem Absdorfer nicht erlaubt. Dass er etwas Unrechtes getan hat, bemerkte er bald darauf, als Facebook sein Konto drei Monate lang sperrte.

Der Richter schlägt Diversion vor, 200 Euro sollen bezahlt werden. Die Staatsanwältin wünscht allerdings gemeinnützige Arbeit; ein Wunsch, dem der Richter nachkommt. 30 Stunden muss der Absdorfer leisten – rechtskräftig.