Saftige Geldbußen für Umweltsünder. Bauunternehmer setzten bei Abbrucharbeiten Asbeststaub frei und landeten vor Gericht.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 23. April 2019 (13:23)
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Symbolbild

„Dass sich keiner etwas dabei denkt und Eternit in den Boden stampft! Die Gefahr wird immer wieder unterschätzt, diese Fasern sind brandgefährlich“, sagt ein Richter in einem Prozess am Landesgericht zu vier Angeklagten. Wegen fahrlässiger Gemeingefährdung müssen sich die Männer (25 bis 52 Jahre alt) verantworten.

In Altenwörth trugen die Unternehmer aus Wien und dem Bezirk Tulln einen Altbau mit Eternitdach ab. Vorschriftsmäßig gingen sie dabei nicht vor, sondern setzten auf der Baustelle und im Bereich umliegender Wohnhäuser asbesthaltigen Staub frei. Laut Staatsanwaltschaft entstand dadurch Gefahr für Leben und Gesundheit von vielen Menschen.

Zu den Vorwürfen sind die Angeklagten geständig. „Vorsätzlich hat mein Mandant nicht gehandelt“, sagt einer der Verteidiger. Und ein anderer meint: „Mein Mandant war sich der Gefahr nicht bewusst.“

„Dass Eternit abgedeckt wird, habe ich gar nicht gewusst“, erklärt einer der Angeklagten. „Ich habe nur einen großen Schutthaufen gesehen, da war Eternitbruch nicht erkennbar. Sonst hätte ich dort nicht gearbeitet. Ich bin ja selbst mit dem Bagger gefahren“, sagt ein anderer.

Die Aktion kommt die Angeklagten teuer zu stehen. „Schuttmaterial wurde sonderentsorgt, 600 Tonnen Erdreich abgegraben“, erzählt einer der Männer. Kosten: 110.000 Euro. Der Richter bietet Diversion an und verhängt Geldbußen in der Höhe von 4.000 bis 10.000 Euro.