Auf den Barrikaden. BEZIRK TULLN / Derzeit kursierenden Gerüchten zufolge sollen die Polizeiinspektionen Atzenbrugg und Zwentendorf geschlossen werden. FPÖ und Gemeinden laufen dagegen Sturm.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 09. Januar 2014 (23:59)
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Von Doris Firmkranz

Diverse Medien berichteten über Pläne des Innenministeriums, Polizeiinspektionen zu schließen oder zusammen zu legen (siehe ausführlichen Bericht im beiliegenden Landesteil). Auf einer – inoffiziellen – Liste stehen auch Atzenbrugg und Zwentendorf.

„Sollte das stimmen, werde ich alle Hebel in Bewegung setzen und um den Posten kämpfen“, kündigt Atzenbruggs Ortschef Ferdinand Ziegler (ÖVP) Widerstand an. „Das lassen wir uns nicht gefallen!“ Er werde mit Verantwortungsträgern Kontakt aufnehmen, auch mit Ministerin Mikl-Leitner. „Etwaige Zusammenlegung mit Zwentendorf – eventuell, Schließung - auf gar keinen Fall!“

„Weltfremder geht ’s nicht mehr“

Bestürzt zeigt sich auch Bürgermeister Hermann Kühtreiber (SPÖ) aus Zwentendorf, der von einer möglichen drohenden Postenschließung durch die NÖN erfuhr. „Das ist typisch für den derzeit herrschenden politischen Stil“, so Kühtreiber, „die, die es betrifft, erfahren es als letzte.“ Er fühlt sich überfahren und erinnert an Versprechungen seitens des Landeshauptmannes und der Innenministerin im Zuge der letzten Landtagswahlen, bei der Sicherheit auf keinen Fall zu sparen. Im Übrigen sei es unverantwortlich, das gesamte westliche Tullnerfeld inklusive Kraftwerk und HL-Bahn sicherheitstechnisch so unterversorgt zu lassen.

„Weltfremder geht ’s nicht mehr“, üben auch die Freiheitlichen des Bezirkes heftige Kritik. Josef Hintermayer und Andreas Bors fordern deshalb, die „Zusperrorgie“ der rot-schwarzen Bundesregierung zu stoppen, sonst wäre ein Sicherheits- „Super-GAU“ die Folge.

Die Exekutive hingegen hält sich bedeckt. „Wir wissen von nichts. Alles, worüber jetzt so gestritten wird, ist reine Spekulation“, so ein Beamter der Polizeiinspektion Tulln.