AMS-Bilanz: Erfolg auf ganzer Linie. Das Arbeitsmarktservice kann auf stärksten Rückbau der Arbeitslosigkeit seit der Jahrtausendwende zurückblicken.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 29. Dezember 2018 (04:17)
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Symbolbild

Dieses Jahr wurden alle Erwartungen übertroffen. Nicht zuletzt die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung im gesamten europäischen Raum hat zu einer nachhaltigen Nachfrage nach Arbeitskräften geführt. Diese wiederum sorgte für einen deutlichen Rückbau der Arbeitslosigkeit und einen neuerlichen Beschäftigungsrekord – auch in der Zweigstelle Tulln.

Mit 43.700 unselbstständig Beschäftigten ist deren Zahl heuer gegenüber dem Vorjahr um 2,15 % höher. Das ist der kräftigste Anstieg seit dem Jahr 1992.

Arbeitslosigkeit sank um satte 10 Prozent

Im heurigen Jahresdurchschnitt werden 2.526 Personen arbeitslos gewesen sein. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von 10,3 %. Ein ähnlich großes Minus wurde zuletzt im Jahr 2000 verzeichnet.

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Andrea Sulzer, Geschäftsstellenleiter-Stellvertreterin des Arbeitsmarktservice Tulln.

Landesweit profitieren Männer von dieser Entwicklung mehr als Frauen, wo männliche Jobsuchende mit einem Minus von 11,8 % den Frauen mit einem Minus von 7,3 % gegenüberstehen. In Tulln gehen die Uhren anders: Hier ist das Verhältnis mit 10,3 zu 10,4 nahezu ausgeglichen. „Zudem gibt es bei uns um 13,8 Prozent weniger jobsuchende Jugendliche, bei den Langzeitarbeitslosen sind es sogar 20,4 %“, weiß Andrea Sulzer vom AMS Tulln.

In rund 6.700 Fällen hat das AMS NÖ heuer das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gesperrt. „Wir konnten Jobsuchenden ein deutlich umfassenderes Vermittlungsangebot machen als in den Jahren davor“, erklärt dazu AMS NÖ-Chef Sven Hergovich, „wer sich um eine zumutbare Stelle nicht beworben oder ein passendes Schulungsangebot nicht angenommne hat, musste mit Konsequenzen rechnen.“– Nämlich die befristete Sperre der finanziellen Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz.

AMS rechnet mit einem Anhalten des Trends

Hergovich prognostiziert ein weiteres Abnehmen der Arbeitslosenzahlen im kommenden Jahr sowie auch eine fortgesetzte Steigerung der Beschäftigungszahlen. „Beides allerdings nicht mehr so deutlich wie 2018“, so Sven Hergovich.

Ermöglicht werde diese Entwicklung durch aktive Arbeitsmarktpolitik des AMS sowie durch ein zwar verlangsamtes, aber weiterhin stabiles Wirtschaftswachstum und eine dadurch bedingte ungebremste Nachfrage nach Arbeitskräften.