Aus für Öl bietet Platz für Neues. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 09. Januar 2019 (03:20)
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Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Ölheizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt.

Ähnliche Aktion schon vor Jahren ein Erfolg

„Das ist angemessen“, meint Gerhard Heinrich, Leiter von „hb24 Haustechnik“ in Spital bei Michelhausen, „und ein guter Anreiz umzusteigen.“ Das hätte sich schon vor sieben Jahren gezeigt, als es für einen Umstieg auf Pellets ebenfalls einen Bonus von 5.000 Euro gab. Nach Ablaufen der Aktion sei die Zahl der Umsteige-Willigen dann auch wieder gesunken.

„Das Verbot für Ölheizungen betrifft ja nur Neubauten“, verweist Installateur Markus Dillinger (Tulln) auf die Tatsache, dass dort schon lange keine Ölheizungen mehr errichtet werden. Deshalb käme die Neuregelung hier kaum zum Tragen.

Anders sieht es im Sanierungsbereich aus. Da rechnet das Gewerbe mit positiven Auswirkungen auf die Auftragslage. Die Branche ist jedenfalls dafür gerüstet.

Bestens gerüstet ist auch das in Staasdorf ansässige Unternehmen Schaider Ges.m.b.H. Der Betrieb hat – rechtzeitig vor Beginn der 5.000 Euro-Bonusaktion als Anreiz zum Umsteigen – eine neuartige mobile Pelletiermaschine entwickelt. Die „Pelletec D8.0“ erzeugt in einem Arbeitsgang aus Halmgut oder Waldrestholz gebrauchsfähige Pellets.

Pellets gehen in Kürze in Serienproduktion

Der rasche Start der Serienproduktion soll jetzt durch Crowdinvesting – Unternehmensbeteiligungen in Form eines verbrieften Genussrechts - finanziert werden. „Erstmals wird dabei das volle Volumen – ermöglicht durch neue gesetzliche Regelungen bei den Wertpapier-Emissionen unter zwei Millionen Euro – öffentlich angeboten“, erläutert Pressesprecher Harald Obst.

Zufrieden mit der Regelung zeigt sich auch Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ: „Mit dem Einsatz von Holz, Solarenergie oder Erdwärme senkt man die Betriebskosten der Heizung dauerhaft und trägt ganz nebenbei zum Klimaschutz und zur Energiewende bei.“

Neben ökologischen gibt es aber auch ökonomische Gründe für einen Umstieg. Der Import von Öl, Kohle und Gas kostet den Staat jährlich 2 Milliarden Euro – Geld, das dann sinnvoller angelegt werden könnte.

Doch auch im privaten Bereich lässt sich aus einem Umstieg im wahrsten Sinne des Wortes Kapital schlagen, bedenkt man, dass eine Heizung mit Öl eines typischen Einfamilienhauses in Niederösterreich pro Saison rund 2.390 Euro kostet. Mit einer Pelletsheizung wären das nur 1.400 Euro, mit Erdwärme 1.050 Euro.

„Die Zukunft gehört eindeutig nachhaltigen Wärmekonzepten, wie Naturwärme oder Wärmepumpen“, meint auch EVN Pressesprecher Stefan Zach. Denn Naturwärme – also Fernwärme auf Basis von hochwertiger Biomasse – ist gespeicherte Sonnenenergie: umweltschonend, CO2-neutral und komfortabel. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Holzlieferanten bliebe die Wertschöpfung in der Region.

Heizöl-Lieferanten auf der Verliererseite

Geschätzte 5.600 Ölheizungsanlagen gibt es derzeit noch im gesamten Bezirk. Dass diese jetzt dezimiert werden sollen, freut Heizöllieferanten weniger.

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