Bursche (13) sollte Nacktfotos schicken. Via Chat forderte 38-Jähriger Verbotenes von Minderjährigem. Vor Gericht setzte es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. März 2019 (14:11)
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„Ich sehe ein, dass ich einen Fehler gemacht habe. Wenn ich selber Kinder hätte, dann wäre mir das wahrscheinlich auch nicht recht“, sagt ein 38-Jähriger vor Gericht. „Nicht wahrscheinlich, sondern sicher! Die Mutter des Burschen hat fast der Schlag getroffen, als sie davon erfahren hat“, kontert darob die Richterin.

Im Internet hat der Mann aus dem Bezirk Tulln mit einem 13-Jährigen gechattet und diesen aufgefordert, ihm intime Fotos zu schicken. „Ich streit’s nicht ab, ich hab’s getan“, sagt er im Prozess am Landesgericht. Und weiters: „Wie alt der Bursche ist, habe ich zuerst nicht gewusst. Dass er in die Schule geht, das hat er mit geschrieben. Ganz genau kann ich mich aber nicht erinnern.“ „Weil es peinlich ist“, meint die Richterin. Der Angeklagte bejaht.

Um Milde bittet der Verteidiger des 38-Jährigen. „Ich ersuche um ein Urteil, das meinem Mandanten im beruflichen Werdegang nicht im Weg steht. Er hat sich bisher nichts zuschulden kommen lassen“, plädiert der Anwalt.

Die Richterin verurteilt den Angeklagten wegen pornografischer Darstellung von Minderjährigen zu drei Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe. Therapie und psychiatrische Behandlung werden verordnet, ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. „Der Angeklagte hat versucht, einen Minderjährigen dazu zu bringen, Kinderpornografisches herzustellen und zu verschicken“, so die Richterin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.