Hightech-Autodiebe: Schlüsselcode durch Wand geknackt. Gefinkelte Täter spionieren Schlüsselsignale sogar durch Türe und Wände hindurch aus.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 26. September 2018 (04:32)
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Symbolbild

Professionelle Autodiebe bedienen sich zunehmend technisch ausgeklügelter Methoden bei ihren kriminellen Handlungen. Fahrzeugdiebstähle über Ausspähen des Schlüsselcodes mehren sich laut Polizei auch im Bezirk Tulln.

„Mindestens zwei Fahrzeuge wurden auf diese Art und Weise bereits gestohlen“, weiß Dominik Leser von der Polizeistation Tulln

Betroffen sind Autos der neuesten Generation mit dem sogenannten „Keyless-Go-System“. Dabei ist es nicht mehr nötig, den Schlüssel zu bedienen. Der Besitzer muss sich lediglich mit dem Schlüssel dem Auto nähern, dieses öffnet sich daraufhin von alleine, gestartet wird mit einem Startknopf.

NOEN

Damit diese Technik funktioniert, sendet der Schlüssel Codes aus. Das Heimtückische daran: Diese Schlüsselsignale sind selbst durch Türen und Wände hindurch zu empfangen, was von Kriminellen auch schamlos ausgenützt wird. Durch den Einsatz von elektronischen Geräten fangen sie die Signale ab. Somit können sie diese Codes speichern und in weiterer Folge das Fahrzeug öffnen und stehlen.

Diese Diebstahlmethode betrifft nicht jeden Funkschlüssel, sondern nur Autos mit dem „Keyless Entry-System“. Es wird seitens der Polizei geraten, derartige Schlüssel nicht im Vorzimmer, im Bereich von Eingangstüren oder Fenstern aufzubewahren.

Die Signalübertragung kann durch isolierendes Material (beispielsweise ein Aluminiumbehälter) verhindert werden. Einen einfachen, aber wirkungsvollen Tipp findet man im Internet: den Schlüssel in Alufolie wickeln. Auch die Aufbewahrung in einer Blechdose, in der Mikrowelle oder im Kühlschrank verhindert, dass Unbefugte von außen Daten ablesen können. Wem dies alles zu mühsam ist, der sollte den Erwerb einer RFID-Schlüsseltasche in Erwägung ziehen.

Tipp: Sich von Experten beraten lassen

Jürgen Strohmar vom Autohaus Birngruber rät: „Für genauere Informationen und optimalen Schutz empfiehlt es sich, eine Markenwerkstätte aufzusuchen.“

Wichtig sei, es den Funkdieben so schwer wie möglich zu machen. „Bei einigen unserer Modelle kann die Keyless-Bedienung mit wenigen Handgriffen abgeschaltet werden,“ so Strohmar. Dem Argument, Diebe hätten es bei einer solchen Deaktivierung besonders leicht, da man nun die Fernbedienung zum Schließen oder Öffnen des Autos benutzen muss, und die Diebe den Code ungehindert abfangen können, hält Strohmar entgegen: „Diese Codes ändern sich bei moderneren Fahrzeugen in verschiedenen Abständen automatisch.“

Wie ausgeklügelt Methoden auch sind, am effektivsten vor Autodiebstählen schützt offenbar eine ganz spezielle Schlüsseltasche oder – ganz simpel – die gute alte Lenkradsperre.

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