Im Bezirk droht ein Kinderärztemangel. Tullner Kinderärztin ging mit 1. April in Pension. Noch ist nicht geregelt, wer die dadurch entstehende Lücke als Kassenarzt füllen wird.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 03. April 2019 (04:21)
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Vier Kinderärzte mit Kassenvertrag wies bis jetzt der über 100.000 Einwohner – inklusive Klosterneuburg – zählende Bezirk Tulln auf. Seit 1. April sind es nur mehr drei, in Tulln selbst gar nur mehr ein einziger. Denn ein(e) Nachfolger(in) für Kinderärztin Dorothea Blauensteiner, die mit diesem Datum in Pension ging und künftig als Wahlärztin tätig sein wird, ist nicht in Sicht, trotz aktueller Ausschreibung der frei werdende Planstelle durch NÖ Gebietskrankenkasse und Ärztekammer.

Der voraussichtlich vorübergehend einzige in Tulln verbleibende Kassen-Kinderarzt Herbert Raschbacher ist heute schon vollkommen überlastet und sieht sich außerstande neue kleine Patienten aufzunehmen.

Besorgte Eltern aus dem Raum Tulln fragen sich nun, ob sie mit ihren kranken Sprösslingen künftig nach Stockerau, Klosterneuburg, Kritzendorf oder St. Pölten fahren müssen, weil sie sich die Wahlarztkosten nicht leisten können oder wollen.

„Es sollte nicht sein, dass es in der Stadt Tulln nur einen einzigen Kinderarzt mit Kassenvertrag gibt“, so Bezirksärztevertreter Karl F. Diehl.

Dass die Nachfolge von Blauensteiner bis jetzt nicht geregelt werden konnte, wundert ihn nicht: „So eine Stelle ist nur für ausgesprochene Idealisten erstrebenswert.“

Wobei die Ursache nicht zuletzt in der eher dürftigen Entlohnung bei anstrengendem Totaleinsatz läge. „Da müsste man schon einmal an der Honorarordnung drehen“, ortet Diehl einen möglichen Lösungsansatz.