Insolvenzen 2018: Eine Trendumkehr. Nach einem historischen Tiefstand 2017 folgte die prognostizierte Trendumkehr. Tulln aber bleibt konstant.

Von Viviane Werdath. Erstellt am 22. Februar 2019 (04:20)
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WKO Tulln Bezirksstellenleiter Günther Mörth

Das vergangene Jahr war ein Gutes für die österreichische Wirtschaft und verzeichnete ein reales BIP-Wachstum von rund 2,7 Prozent. Die Zahlen der Creditreform Insolvenzstatistik zeigen bei den Unternehmensinsolvenzen einen Rückgang um 1,8 Prozent, einen historischen Tiefststand seit 17 Jahren.

Im Bezirk Tulln, wo mittlere und kleine Betriebe vorherrschen, gab es jedoch 41,7 Prozent mehr Insolvenzfälle als 2017 (insgesamt 51 Unternehmen). Betroffen waren vor allem die Sparten Bauwesen und Gastronomie.

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AK Bezirksstellenleiter Günter Kraft.

Für die Arbeitnehmer wurden laut AK-Bezirksstellenleiter Günter Kraft 1,3 Mio. Euro geltend gemacht.

Bei der Zahl der privaten Insolvenzen wurde nach einem sprunghaften Anstieg einen Negativ-Rekord erreicht: Im Bezirk Tulln waren insgesamt 74 Personen, doppelt so viele Firmen wie im Jahr 2017, gezwungen, das Handtuch zu werfen.

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Vizebürgermeister Harald Schinnerl

Zurückgeführt wird das auf die neue Insolvenzrechtsnovelle, in der die sogenannte Mindestquote abgeschafft wurde: Im Hinblick auf eine Erleichterung bei der Regulierung der Verschuldung hielten viele Betroffene bis zum Inkrafttreten des Gesetzes am 1. November 2017 durch – die Zahl der Insolvenz-Anträge sank zuerst, danach stieg sie rasant an. Im Jahr 2019 soll sich die Situation wieder einpendeln. Allerding könne die Niedrigzinspolitik möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte auslaufen und eine Anhebung auf 0,15 bis 0,20 Prozent mit sich bringen. Tullns Vizebürgermeister Harald Schinnerl zeigt sich zuversichtlich und sieht für die nächste Zeit keine erhöhte Insolvenzgefahr: „Es gab schon schwierigere Zeiten. Die Wirtschaft in Tulln funktioniert“. WK-Tulln Bezirksstellenleiter Günther Mörth beruhigt ebenfalls: „Tulln ist ein prosperierender Wirtschaftsstandort.“