Jugendschutzgesetz 2019: Spirituosen und Nikotin ab 18. Mit den neuen Bestimmungen soll auch die Eigenverantwortung bei den Jugendlichen forciert werden.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 03. Januar 2019 (03:35)
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Symbolbild

Bisher gab es in jedem Bundesland ein eigenes Jugendschutzgesetz, mit teils deutlichen Unterschieden in Bezug auf Alkohol, Nikotin und Ausgehzeiten. Bei der Konferenz der Jugendlandesräte kam es jetzt zu einer Harmonisierung des Jugendschutzes in allen Bundesländern. Ab 1. Jänner gibt es Nikotin und Hochprozentiges erst ab 18, die unter 14-Jährigen dürfen bis 23 Uhr ausgehen, bis jetzt mussten sie um 22 Uhr zu Hause sein.

„Die Erhöhung des Schutzalters finde ich sinnvoll und hoffe, dass dieses auch beachtet wird. Viel entscheidender ist jedoch die Entwicklung eines hohen Selbstwertgefühls in der Kindheit, das den Jugendlichen die Kraft gibt, auf das Rauchen und den Konsum von Spirituosen zu verzichten“, meint Bürgermeister und HAK/HAS Direktor Peter Eisenschenk über das neue Gesetz.

Wichtig ist Entwicklung des Selbstwertgefühls

Er weist aber auch darauf hin, dass Jugendliche bis 14 Jahren im Regelfall in Begleitung von Erwachsenen ausgehen sollten. Blumenball-Organisatorin Eva Koloseus weiß, dass dies alles in der Praxis nicht so leicht umsetzbar sei und wird dieses Thema mit ihrem Ballteam gesondert besprechen. „Ich bin der Meinung, dass in erster Linie die Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind. Das betrifft auch das Alter für das Ausgehen. Ich finde es jedoch nicht so toll, dass 14-jährige jetzt schon bis 23 Uhr ausgehen dürfen“, so die Ballorganisatorin. Als starkes Zeichen, dass Jugendschutz in unserem Land ernst genommen wird, sieht Koloseus in der Anhebung des Alters für Rauchen und den Konsum von Spirituosen. „Je später man damit in Berührung kommt, desto besser.“

Alle Regelungen machen jedoch nur dann Sinn, wenn diese auch irgendwie kontrolliert werden. Da sind sich Veranstalter, Lokalbesitzer und die Exekutive einig.

Immer Jüngere greifen zu Alkohol und Zigarette

Was das Ausgehen angeht, vertritt Chefinspektor Thomas Bauer vom Polizeikommando Tulln einen klaren Standpunkt: „Die Eigenverantwortung liegt bei den Eltern. Das Gesetz ist sehr gut, denn leider greifen immer Jüngere schon zu Alkohol und Zigaretten, aber das wird im Zuge von Veranstaltungen überprüft“, so Bauer. WinzigXXL-Lokalbesitzerin Susanne Merta kennt die ganze Problematik nur all zu gut. Auch sie sieht in Erziehung und Eigenverantwortung die Basis für vernünftiges Handeln. „Das neue Jugendschutzgesetz ist grundsätzlich nicht schlecht, wir haben Ausweiskontrollen, die Jugendlichen sehen aus wie 20, sind aber viel jünger, problematisch wird es, wenn 18-jährige Getränke kaufen und an Jüngere weitergeben“, weiß Merta. Aber es gibt genug Jugendliche, die nicht trinken und rauchen. „Immer mehr Jugendliche leben bewusster und achten auf ihre Gesundheit“, freut sich Merta, denn im WinzigXXL werden auch genug alkoholfreie Getränke angeboten.

Eltern sind oft mit der Aufgabe überfordert

Direktor Peter Höckner begrüßt die einheitliche Regelung: „Es ist aber vor allem Aufgabe der Eltern, dass diese Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. Leider bemerken wir seitens der Schule, dass immer mehr Eltern mit dieser Aufgabe überfordert sind. Vor allem Rauchen und Alkoholkonsum werden oft von den Eltern als Bagatelldelikte gesehen.“

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