Kfz-Neuzulassungen: Nur keine Panik am Automarkt!. Der Autohandel blickt trotz geringer Einbußen optimistisch in die Zukunft.

Von Doris Firmkranz und Helga Urbanitsch. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:39)
Symbolbild
ÖAMTC

Darüber ist man sich in der Branche einig: Das Minus, das sich vor den 2,4 Prozent bei den Neuzulassungen findet, bedeutet noch lange nicht, dass der Automarkt einbricht.

Im Jahre 2019 wurden laut jüngst veröffentlichter Statistik in gesamten Bezirk 3.884 Personenkraftfahrzeuge neu zugelassen. Damit liegt der Bezirk nierösterreichweit an vierer Stelle hinter Mödling, Baden und Amstetten.

NOEN

Für den Tullner Renault- und Dacia-Händler Hannes Kammerhofer verlief das vergangene Jahr „auf gleichem Niveau wie das Jahr davor.“ Er zeigt sich „happy“, dass sich der Renault-Elektro-Abkömmling Zoe zum Verkaufsschlager gemausert hat. Jedoch ist er überzeugt, dass das Pendel zwischen Dieselkraftstoff und Benzin bald zugunsten des bislang umstrittenen Diesels ausschlagen wird: „Moderner Diesel verursacht um ein Drittel weniger CO2-Ausstoß und ist damit umweltfreundlicher als Benzin.“

Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen ist bei den von der NÖN befragten Autohändlern ungebrochen groß. Hier übersteigt die Nachfrage das Angebot. Der Grund liegt laut Bruno Plattner, Chef der BMW-Niederlassung im Gewerbegebiet Asparn, darin, dass die meisten privaten Verkäufer ihre Fahrzeuge lieber über einschlägige Internetportale veräußern und so oft um einiges mehr lukrieren können.

„BMW verfügt über 25 verschiedene Modelle an Elektro- und Hybridfahrzeugen“, so Plattner, „wobei letztere sehr stark im Kommen sind.“ „Plug in“ heißt das Zauberwort. Durch den gemischten Antrieb – meist Benzin/Elektro, aber auch Diesel/Elektro – könne perfekt auf individuelle Bedürfnisse des Autobesitzers eingegangen werden.

„Auf hohem Niveau leicht rückläufig“ beschreibt Jürgen Strohmer, Geschäftsführer des Tullner Autohauses Birngruber, die Entwicklung am Automarkt. Entgegen diesem Trend konnte die Tullner VW und Audi Vertretung die Verkäufe um 13 Prozent auf exakt 2.269 Fahrzeuge erhöhen. Die Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns sind nach wie vor die Lieblinge der Österreicher.

200 Autos in kürzester Zeit ausverkauft

„Der Trend zum E-Auto ist da. Das ist Fakt. Das Angebot ist allerdings noch nicht in entsprechendem Ausmaß vorhanden“, so Strohmer weiter, „das wird sich jedoch 2020 mit dem VW ID3 ändern. Die Nachfrage nach diesem Kfz ist enorm.“ Die 1st Edition mit einer Auflage von 200 Stück war laut Strohmer in Österreich binnen weniger Stunden ausverkauft.

„Aus heutiger Sicht kann ich klar sagen, dass E-Mobilität zusammen mit Hybrid Technologien die mittelfristige Zukunft sind“, so Jürgen Strohmer über künftige Entwicklungen am Automarkt. Außerdem sei geplant, 2020 das Car-Sharing Angebot mit „Buddy“ in Tulln auszubauen. Alternative Mobilitätsmodelle wie dieses stellten ein zusätzliches Angebot dar, das im urbanen Bereich Mobilität zu einem günstigen Preis ermöglicht.

Ein gewisser Trend zum E-Auto macht sich im Mitsubishi-Autohaus Baumgartner in Heiligeneich bemerkbar, „gezwungenermaßen“, wie Wolfgang Baumgartner meint. Aber auch die Dieselkrise spürt man. „Aufgrund dessen wurden die Fahrzeuge mit Diesel-Antrieb eigentlich weitgehend aus dem Programm gestrichen“, so Baumgartner. Dass Kunden mehr Wert auf Neuwagen liegen, kann im Autohaus in Heiligeneich auch nicht bestätigt werden. Hier hält sich die Waage zwischen Neu- und Gebrauchtwagen relativ im Gleichgewicht. Bezüglich der künftigen Entwicklung am Automarkt heißt es hierzu: „Wenn es nicht schlechter wird, sind wir zufrieden, besser kann es immer werden“, sagt Baumgartner.

Die beiden noch in Klosterneuburg verbliebenen Unternehmen waren zu keiner Stellungnahme bereit.

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