Tulln

Erstellt am 09. Januar 2019, 04:31

von Doris Firmkranz

Krätze ist im Vormarsch. Krätzebefall, vor allem bei Kindern, häuft sich. Apotheker sind ratlos: Heilmittel gegen lästige Hauterkrankung ist derzeit kaum noch erhältlich.

Der lästige hoch ansteckende Hautausschlag kann auch zwischen Fingern und Zehen auftreten.  |  shutterstock.com/photomystery

Fürchterlicher Juckreiz, Bläschen, Pusteln, aufgekratzte Haut – hinter diesen Symptomen verbirgt sich mitunter die fast schon in Vergessenheit geratene Krätze (Scabies). Ärzte und Apotheken berichten nun besorgt von einem in letzter Zeit äußerst massiven Anstieg dieser ansteckenden Hautkrankheit.

Zum Glück ist die Krätze gut behandelbar. Oft genügt schon eine einzige Behandlung mit einer speziellen Salbe. Der Haken daran: Diese ist aufgrund der enormen Nachfrage nahezu ausverkauft. Dies bestätigt die Leiterin der Sonnenapotheke Annette Hoffelner: „Wir haben uns bemüht, wenigstens den Wirkstoff zu bekommen, um daraus die Salbe zu rühren, aber selbst der ist nirgends mehr erhältlich.“

Über Restbestände verfügen – derzeit noch – die Apotheken „Zur goldenen Krone“ und „St. Florian“. Will man jedoch den dringend benötigten Nachschub, heißt es „langfristig nicht lieferbar“. Keiner weiß, wie es weitergeht, wenn auch die letzten Restbestände ausverkauft sind.

Beatrix Scharner, Hautärztin mit Wahlarztordinationen in Tulln und Klosterneuburg über eine mögliche Ursache des derzeitigen Engpasses: „Da geht eine Menge an Salbe drauf, weil alle Personen, die in engerem Kontakt mit den Betroffenen stehen, mitbehandelt werden sollten.“

„Da geht eine Menge an Salbe drauf, weil alle Personen, die in engerem Kontakt mit den Betroffenen stehen, mitbehandelt werden sollten.“

Man spricht nicht gerne darüber, und doch stecken sich keineswegs nur Kinder, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben, mit Krätze an. Es genügt Hautkontakt, um sich zu infizieren. Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, fühlen sich die Erreger wohl und gelangen unbemerkt von Wirt zu Wirt. Kindergärten und Schulen sind wahre Brutstätten. Nicht selten befallen sie ganze Kindergartengruppen oder Schulklassen.

Ist es erst einmal zu einer Infektion gekommen, sollte der erste Weg sofort zum Arzt erfolgen. Obwohl in Österreich keine gesetzliche Meldepflicht für Krätze besteht, ist es ratsam, im Falle einer solchen Diagnose den Kindergarten oder die Schule zu informieren, damit sich nicht noch mehr Kinder anstecken.

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