Nahverkehr fährt nach Krise hoch. Der Verkehrsverbund Ost-Region kehrt zum Prä-Corona-Fahrplan zurück. Keine neuen Kapazitäten für Schulwege, Abstand kann in Ausnahmesituation unterschritten werden.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 13. Mai 2020 (03:06)
VOR/Josef Bollwein
Josef Bollwein

In den vergangenen Wochen stand ganz Österreich still. Ganz Österreich? Nein! Der öffentliche Verkehr leistete Widerstand – auf den leer gefegten Hauptstraßen der Region war oft bloß ein einzelner Bus zu erblicken. Mit eingeschränktem Fahrplan und gesperrter Vordertür waren die Busse trotz Ausgangsbeschränkungen und Coronamaßnahmen unterwegs.

Nach und nach fährt der Verkehrsverbund Ost-Region auf Vollbetrieb hoch. Erster Schritt: das komplette Fahrplanangebot wie vor Corona. Verstärkerbusse, die Schüler zum Unterricht chauffieren, gibt es pünktlich mit dem Schulneustart wieder. Gerade in der Früh sind diese Busse aber oft voll – viele Schüler müssen stehen. Weitere Kapazitäten, das Angebot für Kinder und Jugendliche zu erweitern, um die Abstandseinhaltung zu garantieren, gibt es nicht. „Zu Schulzeiten fährt alles, was vier Räder hat. Wir können nicht mit mehr Bussen fahren, weil es nicht mehr Busse gibt“, erklärt VOR-Sprecher Georg Huemer auf NÖN-Anfrage. Es gäbe zwar Diskussionen, ergänzend Reisebusse einzusetzen, bei mehreren hundert oder tausenden Schülern komme es auf zwei oder drei Busse mehr nicht an.

„Zu Schulzeiten fährt alles, was vier Räder hat. Wir können nicht mit mehr Bussen fahren, weil es nicht mehr Busse gibt“ Georg Huemer, VOR-Sprecher

In einer Aussendung schreibt VOR: „Es gilt die Festlegung des Mindestabstands. Nur in absoluten Ausnahmesituationen, wenn dies aufgrund des fehlenden Platzangebots nicht umsetzbar ist, kann dieser ausnahmsweise unterschritten werden.“ Umso wichtiger sei das konsequente Tragen eines Mund- und Nasenschutzes durch die Passagiere.

Huemer: „Ich bitte alle Fahrgäste, möglichst nicht zu den Schulzeiten, sondern wenn geht vorher oder nachher zu fahren.“ Um die ohnehin begrenzten Kapazitäten zu schonen.

Mit dem Schulstart öffnen die Vordertüren der Busse wieder, ein Ticketkauf an Bord ist ab 18. Mai möglich. Bis dahin werde VOR, wie schon bisher, bei driftigen Gründen Kulanz walten lassen. „Ich empfehle für eine Hin- und Rückfahrt eine Tageskarte. Die ist billiger und gilt den ganzen Tag mit Zwischenstopps“, rät der VOR-Sprecher.