Schneechaos: Hilfskräfte im Einsatz. Bundesheer aus der Kaserne Langenlebarn führte kontrollierte Sprengungen im Katastrophengebiet durch. Acht Feuerwehren des Bezirks setzten sich in Annaberg ein.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 16. Januar 2019 (04:30)
Dieter Bemmerl
Betriebsleiter Hochkar Bergbahnen Heinz Huber, Bordtechniker Christian Weilpoltshammer, Pilot Major Dieter Bemmerl und Flugretter und Sprengbefugter Oberst Michael Trummer.

„Die ‚Sicherheitsfamilie‘ in Niederösterreich hat einmal mehr ihren Mehrwert für die Bevölkerung eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, freut sich der Oberst des Generalstabdienstes Reinhard Kraft über die funktionierende Sicherheitskette. Acht Feuerwehren des Bezirks mit 45 Frauen und Männern waren in Annaberg (Bezirk Lilienfeld) im Einsatz.

Stefan Öllerer

Dort wurde zunächst das Dach der Volksschule und beim Roten Kreuz in Angriff genommen, die Feuerwehren wurden in einzelne Einsatzräume aufgeteilt und agierten nach Priorität.

Zwei Bundesheer-Hubschrauber Alouette III der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule Langenlebarn waren im Gebiet Hochkar und Lackenhof im Einsatz und führten dort Lawinensprengungen durch. Dabei wurden Sprengsätze mit fünf bis zehn Kilogramm Plastiksprengstoff zum Einsatz gebracht. Diese wurden vom Hubschrauber aus abgeworfen, dürfen dabei aber nicht zu tief im Schnee versinken, damit ihre Druckwirkung nicht „verpufft“.

Kdo Luftunterstützung/Horst Gorup
Ein Black Hawk Hubschrauber im Assistenzeinsatz in den verschneiten Regionen.

Idealerweise wirkt die Sprengladung von oben auf die Schneedecke und löst so die gewollte Lawine aus. Insgesamt kamen 85 kg Sprengstoff zur Anwendung.

Derzeit befinden sich auch alle verfügbaren Black Hawks Hubschrauber im Assistenzeinsatz. Begonnen wurde die fliegerische Unterstützung im Westen Österreichs. In eingeschneiten Dörfern wird die Versorgung der Bewohner mit Nahrungsmitteln und Medikamenten über die Luft sichergestellt.