ÖBB testeten Drohnen ohne Sichtkontakt

Die ÖBB testen u.a. mit Partnerfirma smart digital (mit Hauptsitz in Judenau, Bezirk Tulln) Drohnen für die Kontrolle schwer zugänglicher Strecken.

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 05:38
Lesezeit: 2 Min
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Die Vorteile des Drohneneinsatzes sind mannigfaltig – gerade, wenn es darum geht, sich schnell einen ersten Eindruck über die Lage zu verschaffen.
Foto: ÖBB / Christina Olsacher

In der Arbeitswelt von morgen werden Drohnen eine wichtige Rolle spielen. Die ÖBB bereiten sich schon heute darauf vor und testeten nun gemeinsam mit den zwei Partnerunternehmen smart digital (mit Hauptsitz in Judenau) und bladescape erstmals Drohnenflüge ohne Sichtkontakt für die Kontrolle schwer zugänglicher Streckenabschnitte.

In den vergangenen Wochen wurden im steirischen Gesäuse sogenannte BVLOS-Testflüge (BVLOS: Beyond Visual Line of Sight) durchgeführt.

Härteste Bedingungen auf Strecke im Gesäuse

Die Bahnstrecke im steirischen Gesäuse stellt aufgrund der topografischen Gegebenheiten die härtesten Bedingungen für den Drohnenflug dar. „Mobilfunk und auch Satellitensignale sind nicht so einfach zu beherrschen“, sagt Projektleiterin Michaela Haberler-Weber von der ÖBB Infrastruktur AG.

Die Drohnen flogen von Hieflau bis zum Gesäuseeingang und wieder retour, legten dabei in Summe eine Distanz von ca. 30 km zurück. Während des Fluges mussten dabei auch definierte Aufgaben erledigt werden. Technisch werden die Drohnen derzeit mittels LTE-Mobilfunknetz gesteuert, die Verortung erfolgt über GPS.

Den Menschen ersetzen werden die fliegenden Inspektoren aber nicht, wie Alexander Schuster, CEO, SmartDigital, erläutert: „Freilich lassen sich die Inspektionen auch künftig nicht ohne den Einsatz von Spezialisten und Spezialistinnen erledigen, aber sie werden durch die UAS (Unmanned Aircraft Systems) erheblich entlastet. Diese könnten zukünftig noch zielgerichteter und punktgenau zu den Inspektionsstellen hingeführt werden.“

Reparaturbedarf wird ermittelt

Die Vision ist, dass in absehbarer Zeit von einer vollautomatischen Drohnengarage in der Region eine Drohne per Funkkontakt zu einem Erkundungsflug aufsteigt, den Streckenzustand filmt und die Aufnahmen an die Betriebsführungszentrale sendet. Dort hat man in Minutenschnelle einen ersten Überblick und kann so zielgerichtet etwa Reparaturarbeiten in die Wege leiten.

„Mithilfe spezialisierter und vollintegrierter Sensorik kann die Beschaffenheit von Geleisen, Masten, Oberleitungen, Steinschlagnetzen oder Schutzbauwerken untersucht werden. Aus diesem Grund haben wir in neue hochwertige Flugsysteme aus Österreich investiert“, resümiert der aus Wilfersdorf stammende Unternehmer Alexander Schuster.

Weitere Informationen findet ihr unter www.smart-digital.at & www.eurodragons.at