150 Soldaten übten für den Ernstfall. 150 Soldaten waren an der Übung der Militärakademie beteiligt. 70 Gardesoldaten haben die Rolle der Übungs-Demonstranten übernommen.

Von Otto Sibera, Helga Urbanitsch und Doris Firmkranz. Erstellt am 19. Juli 2019 (03:58)

Zur Ausbildung der Offiziere des Bundesheeres führte die Militärakademie im Stadtzentrum von Tulln eine Übung mit insgesamt 150 Soldaten, zwei Radpanzern und einem Hubschrauber (OH 58) durch.

Geübt wurde die Durchführung von Aufgaben, wie sie in Auslandseinsätzen auftreten.

„Aufgrund staatlicher Strukturen im Ausland übernimmt das Bundesheer dort auch polizeiliche Aufgaben.“ Oberstleutnant Thomas Lampersberger

„Die Aufgabenstellung ist eine Sicherstellung der ungehinderten Durchführung einer durch die Behörden genehmigten Demonstration“, so Oberstleutnant Thomas Lampersberger.

Der zweite Jahrgang der Theresianischen Militärakademie aus Wiener Neustadt, unter Übungsleiter Oberst Fleischmann, begleitete die Demo unter Mithilfe der Militärpolizei vom Tullner Hauptplatz, geordnet auf ihrer Marschstrecke Nußallee - Schießstattgasse - Dammweg - Rudolf Buchinger Straße - Reitherstraße bis zum Josef Keiblinger Stadion.

Dort wurden die rund 70 Demonstranten (allesamt Gardesoldaten, die diese Rolle übernahmen), durchsucht und in Schach gehalten. Auf Grund einer Attentatsdrohung wurde ein Demonstrant fixiert und mit dem Blackhawk zum Fliegerhorst nach Langenlebarn gebracht.

Thomas Lampersberger erklärte, dass man bei Auslandseinsätzen oft mit besonderen Situationen konfrontiert sei: „Aufgrund staatlicher Strukturen übernimmt dort das Bundesheer auch polizeiliche Aufgaben.“

„Die angehenden Offiziere, die als Leutnant ausmustern, konnten so anschaulich und realitätsnah lernen“, zeigte sich Oberst Gerhard Fleischmann vom Erfolg der Übung begeistert. Die Männer sind bereits seit drei Wochen im Übungsmodus im Tullnerfeld.

Als Sicherheitsbeauftragter der Stadtgemeinde Tulln fungierte Christian Holzschuh, der von Oberst Gerhard Fleischmann einen Wimpel, stellvertretend für die Gemeinde, im Beisein des Landtagsabgeordneten Bernhard Heinreichsberger überreicht bekam. Das Interesse der Bevölkerung war groß. Zahlreiche Besucher begleiteten den Demonstrantenzug vom Hauptplatz bis zum Keiblinger Stadion und hielten das Übungs-Spektakel fotografisch fest.