Bezirkshauptmann Riemer appelliert Kontakte zu melden. Zahl der Erkrankten und Sieben-Tage-Inzidenz steigen im Bezirk Tulln. Contact Tracing wird für Team der Bezirkshauptmannschaft immer schwieriger.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 04. März 2021 (09:12)
Bezirkshauptmann Andreas Riemer appelliert dringend, beim Contact-Tracing wirklich alle erforderlichen Namen zu nennen.
Thomas Peischl

Die Lage im Bezirk Tulln ist nicht dramatisch, aber sie war auch schon besser. "Wir waren schon auf knapp über 100 Erkrankten, mit Stand 4. März liegen wir bei 206", berichtet Bezirkshauptmann Andreas Riemer. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz wäre mit 70 schon weitaus besser gelegen als zuletzt mit 105.

"Ich habe ja vollstes Verständnis, auch ich würde gerne auf die Kanarischen Inseln fliegen oder einfach einmal auf ein Bier ins Wirtshaus gehen", betont der Behördenchef, "aber Vieles ist eben derzeit noch nicht möglich." Dabei legt er auch Wert darauf festzuhalten, dass sich der überwiegende Teil der Bevölkerung im Bezirk nach wie vor vorbildlich an die wesentlichen Maßnahmen (FFP2-Masken, Abstand und regelmäßiges Testen) halte.

"Probleme haben wir mit dem Contact Tracing, wobei es vor allem um private Treffen und Feiern geht, bei denen es zu Ansteckungen kommt", erklärt Riemer, "die Betroffenen nennen uns - no-na - ihre Familienangehörigen, dabei wäre es sehr wichtig auch die anderen Kontakte zu erfahren." Freunde hier durch Nicht-Nennung schonen zu wollen sei gefährlich und schlicht die falsche Vorgangsweise.

Britische und südafrikanische Variante im Zunehmen

"Dazu muss man bedenkten, dass die britische Virus-Variante im Bezirk stark zunimmt und auch die südafrikanische zwar noch vereinzelt auftritt, aber auchh im Kommen ist", warnt Riemer, "und auch die jüngere Generation ist nicht unverwundbar und immer stärker betroffen."

Zufrieden und stolz zeigt sich der Bezirkshauptmann auf sein Team: "Wir haben bald Corona-Jahrestag und bis jetzt ist es gelungen, die Motivation hoch zu halten. Und das obwohl es immer wieder auch gar nicht nette Antworten für die Fragen unserer Contact-Tracer gibt, die nur ihre Arbeit machen wollen." Dankbar sei er in diesem Zusammenhang für §27a des Epidemiegesetzes, der eine beträchtliche zusätzliche Zahl an Mitarbeitern möglich gemacht habe, die das Kernteam der BH unterstützen.