Tullner Gemeinderat beschließt Finanz-Hilfe. In finanzielle Not geratene Bürger, Wirtschaft und Vereine profitieren vom Maßnahmenpaket der Stadt Tulln.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 07. Juli 2020 (16:30)
Franz Hebenstreit, Lucas Sobotka, Harald Schinnerl, Paula Maringer, Peter Eisenschenk und Wolfgang Mayr-hofer (vorne, von links; alle TVP) präsentierten beim Vereinsstammtisch im Atrium des Rathauses das Corona-Hilfspaket.
Stadtgemeinde Tulln

Covid-19 war ein zentraler Inhalt der jüngsten Tullner Gemeinderatssitzung.

Für die Stadtgemeinde selbst bezifferte Vizebürgermeister Harald Schinnerl (TVP) die finanziellen Auswirkungen mit rund 3,27 Millionen Euro für 2020.

Um diese abzufedern und die Liquidität der Stadt sicherzustellen sind Maßnahmen in Höhe von 4,4 Millionen Euro vorgesehen, konkret Einsparungen, Mehreinnahmen und Verschiebungen.

„Wir haben Unterstützungsmöglichkeiten für verschiedenste Lebensbereiche erarbeitet – überall da, wo es unser Einflussbereich zulässt.“Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP)

Einstimmig beschloss der Gemeinderat ein umfangreiches Maßnahmenpaket, und zwar für durch die Coronakrise in Not geratene Bürger und die Wirtschaft (siehe Infobox auf Seite 7) sowie für die Vereine der Gemeinde.

Die SPÖ zeigte sich erfreut, dass ihr Zusatzantrag auf einmalig 30 Euro in Tullner Zehnern für Social Card-Besitzer angenommen wurde. FPÖ-Mann Andreas Bors freute sich über die Ausdehnung des Gebührenverzichts für Schanigärten und Warenausräumungen bis zum Jahresende, was er schon in der vorigen Sitzung beantragt hatte.

Die Unterstützung für Vereine wurde vier Tage nach der Sitzung von einer TVP-Abordnung in einem Vereinsgipfel im Atrium des Rathauses präsentiert. „Kommunikation und Miteinander sind die zentralen Stichworte in schwierigen Zeiten. Es war uns daher wichtig, laufend Kontakt mit den Vereinen zu halten und ihnen die erarbeiteten Vorschläge auch persönlich und in gegenseitigem Austausch vorzustellen“, sagte dazu der dritte Vizebürgermeister Wolfgang Mayrhofer.

Die Maßnahmen sind:

  • Verlängerung des Nutzungszeitraumes der Turn- und Sporthallen über die Sommermonate
  • Bereitstellung von Veranstaltungslokalitäten in den Jahren 2020 und 2021, je 1x kostenlos in Veranstaltungsräumen der Stadtgemeinde
  • Organisation „Aktivsommers-Spezial“ im Rahmen der Stadt des Miteinanders
  • Organisation „Tag der Vereine“ am 12. September
  • Funktionärs-/Vereinsstammtisch am 8. Oktober
  • Verstärkte Marketingaktivitäten und Veranstaltungsbewerbung
  • Bereitstellung von einmalig max. 30 Stück Tullner Zehnern pro Verein (für z.B. Tombola, Materialeinkauf)
  • Finanzielle Unterstützung im Rahmen der Covid-19-Notfallhilfe

Kultur-Stadtrat Peter Höckner rief dazu auf, Vereinen treu zu bleiben und eventuell sogar Freunde oder Bekannte für eine Mitgliedschaft zu begeistern.

Kritik kam später von Andreas Bors (FPÖ). Obwohl alle den Beschluss mitgetragen haben, wären die anderen Fraktionen vom Gipfel ausgeschlossen worden: „ In Zukunft sollten bei solchen Veranstaltungen zumindest auch alle Klubsprecher eingeladen werden.“