Sieben positive Tests, kein Cluster in Tullner Schule. Keine neuen Fälle an der Sportmittelschule Tulln, aber im Bezirk steigt Zahl der Erkrankungen. Behörde mahnt zur Vorsicht.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:58)
ManfredHenninger: „Helfen Sie uns, das Virus gemeinsam einzudämmen.“
NÖN

Die gute Nachricht: In Zusammenhang mit dem Coronafall an der Sportmittelschule Tulln ist bis dato kein weiterer Schüler oder Lehrer erkrankt. Die schlechte Nachricht: Mit Stand Montag, 6. Juli, wurden im Bezirk sieben Personen positiv auf Covid-19 getestet (zuletzt waren nur noch drei Fälle bekannt gewesen).

Insgesamt wurden seit März im Bezirk 195 Personen positiv getestet und 1.792 Absonderungsbescheide (entspricht Quarantäne) verhängt.

Trügerische Sicherheit einer negativen Testung

„Besonders die 14-tägige Absonderung einer Vielzahl von Schülern stieß bei einigen Eltern auf wenig Akzeptanz“, berichtet der Leiter des Krisenstabs der Bezirkshauptmannschaft, Manfred Henninger.

Es sei nachvollziehbar, dass alle Schüler und Lehrer die ersehnten Ferien so rasch wie möglich antreten wollen. Aus epidemiologischer Sicht sei aber die Einhaltung der 14-tägigen Quarantäne (= Inkubationszeit!) unbedingt notwendig, um die Bemühungen, die Verbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen, nicht zu gefährden.

Henninger warnt vor der trügerischen Sicherheit einer negativen Testung in der Anfangsphase der Erkrankung: „Reiserückkehrer aus dem benachbarten Ausland waren bei der Einreise negativ getestet worden und sind sechs bis acht Tage später erkrankt und haben somit wieder viele weitere Personen gefährdet oder sogar in eine lebensbedrohliche Lage gebracht.“ Daher sei ein negativer Test kein Freibrief. „Es muss unbedingt die behördliche vorgeschriebene Quarantäne eingehalten werden!“, mahnt Henninger.

Gratwanderung zwischen Freiheitsentzug und Notwendigkeit

Aktuell befinden sich im Bezirk 124 Personen in Quarantäne. In diesem Zusammenhang betont Henninger, dass die Behörde dieses Instrument nur in unbedingt notwendigen Fällen einsetzt: „Jeder Absonderungsbescheid beruht auf einer individuellen Prüfung jedes einzelnen Falles.“ Das sei stets eine Gratwanderung zwischen dem damit verbundenen Freiheitsentzug und der absoluten Notwendigkeit aus epidemiologischer Sicht.

„Helfen Sie uns, das Virus gemeinsam einzudämmen“, appelliert Henninger.

Halten Sie empfohlene Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen ein.

Nehmen Sie Reisewarnungen ernst, denn viele der aktuell positiv getesteten Personen sind Reiserückkehrer.

Wenn Sie von Quarantänemaßnahmen betroffen sind, halten Sie sich an die Auflagen, sonst gefährden Sie sich selbst und vor allem auch andere.