Eisenschenk baut Absolute für Tullner Volkspartei aus. In der Bezirkshauptstadt legt die regierende TVP um weitere vier Mandate zu. Spannend verlief die Wahl auch in St. Andrä-Wördern und Zeiselmauer-Wolfpassing.

Von Thomas Peischl. Update am 26. Januar 2020 (23:17)
Edwin Pircher und Peter Eisenschenk
Peischl

In Tulln, St. Andrä-Wördern und Zeiselmauer-Wolfpassing versprach die Wahl schon im Vorfeld besonders interessant zu werden. Die Ergebnisse vom Sonntagabend erfüllten diese Erwartungen.

Johann Höfinger
ÖVP

Im Gesamtbezirksergebnis sind ÖVP und Grüne deutliche Wahlsieger, NEOS konnte leicht zulegen, SPÖ und FPÖ verloren genauso wie die "Sonstigen", letztere jedoch nur marginal.

ÖVP-Bezirksparteiobmann Johann Höfinger: "Grundsätzlich überwiegt die Freude, zum Beispiel in Tulln oder in Sieghartskirchen, wo wir jeweils vier Mandate dazugewinnen konnten. Hier wurde das Engagement, aber auch die Visionen für die Zukunft gewürdigt."

Doris Hahn
SPÖ

Über zwei Mandate Plus in ihrer Heimatgemeinde Königstetten freut sich SPÖ-Bundesrätin Doris Hahn: "Ich freue mich über dieses Resultat, andere Ergebnisse schmerzen."

Eisenschenk setzt weiter aufs Miteinander

Edwin Pircher und Peter Eisenschenk
Peischl

In der Bezirkshauptstadt legte Bürgermeister Peter Eisenschenks TVP weiter zu und baute die absolute Mehrheit auf 23 von 37 Mandaten aus. Zweitstärkste Fraktion sind jetzt die Grünen, die ein Mandat (von vier auf fünf) zulegen konnten. Die SPÖ stürzte von 6 auf 4 Mandate ab, auch die Tullner Ohne Parteibuch (TOP) von fünf auf drei. Die FPÖ verlor ein Mandat, NEOS hält weiter bei einem Sitz im Gemeinderat. "Unsere jahrelange Arbeit wurde bestätigt", jubelt Eisenschenk am Wahlabend. Jetzt freue er sich auf die nächsten Jahre, in denen er die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien suchen und Tulln weiter "zur Trendstadt und zur Stadt des Miteinanders" ausbauen will. 

Der Spitzenkandidat der Grünen, Rainer Patzl: „Für mich ist das Wahlergebnis eine echte Überraschung. Stimmengewinn ja, aber dass wir jetzt zweitstärkste Fraktion sind, stand eigentlich gar nicht in unserem Fokus."

Rainer Patzl
Thomas Topf

Grüne sind Wahlsieger in St. Andrä-Wördern

In St. Andrä-Wördern regierte in der letzten Periode die Jamaika-Koalition aus ÖVP, Grünen und Bürgerliste während die SPÖ mandatsstärkste Fraktion war. Das bleiben die Sozialdemokraten auch 2020, allerdings büßen sie ein Mandat (von 13 auf 12) ein.

Die ÖVP hält weiter bei acht Mandaten, Bürgerliste und FPÖ verlieren jeweils eines. Klarer Wahlsieger sind die Grünen von Nationalrätin und Vizebürgermeisterin Ulrike Fischer, die um drei Mandate auf acht zulegen. Die Alternative für St. Andrä-Wördern verpasste den Einzug in den Gemeinderat. Viel ist mit diesem Ergebnis möglich, noch hat sich niemand auf eine Koalition festgelegt.

SPÖ überholt ÖVP in Zeiselmauer-Wolfpassing

Nach bewegten fünf Jahren, die vom Amtsrücktritt von Ex-VP-Bürgermeister Eduard Roch geprägt waren, wurde die Wahl in Zeiselmauer-Wolfpassing zuletzt auch noch vom überraschenden Tod von Rochs Nachfolger Walter Grosser (58) überschattet.

Nachdem die Liste Aktiv nicht mehr antrat, wurden vier Mandate frei. Zulegen konnte die SPÖ von sieben auf neun Mandate, sie ist nun stärkste Kraft vor der ÖVP mit acht Mandaten. Eduard Rochs Bürgerliste holte auf Anhieb zwei Mandate, die Grünen halten bei zwei Sitzen. Auch in dieser Gemeinde sind jetzt verschiedene Konstellationen möglich.

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