Kritk an Vereinsförderungen: „Behandeln alle gleich!“

Verein Mama Fitness fühlt sich bei Vereinsförderung ungerecht behandelt.

Erstellt am 16. September 2021 | 04:57
Das abgezweigte Geld wurde beim Glücksspiel verprasst
Symbolbild
Foto: APA (dpa/Archiv)

„Immer wieder wurden und werden uns neue Hürden in den Weg gelegt, die man von einer familien- und vereinsfreundlichen Gemeinde nicht erwarten würde“, sagt Monika Stolze von Mama Fitness. „Wir haben bereits Vorbereitungen getroffen, den Vereinsbetrieb von Fels nach Kirchberg zu verlagern.“ Man will in die Nachbargemeinde abwandern, die den Einsatz tatsächlich wertschätzt.

Seitens Mama Fitness heißt es, dass man bei den jährlichen Förderansuchen als gemeinnütziger Sportverein gegenüber anderen Vereinen immer noch weit von einer Gleichbehandlung entfernt sei.

„In Kirchberg zahle ich nur 5 Euro pro Stunde in der Wagramhalle.“ Monika Stolze

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Monika Stolze möchte ihre Vereinstätigkeit in die Nachbargemeinde Kirchberg verlagern.
privat

Aufgrund der extrem hohen Mietkosten seit Fertigstellung des neuen Turnsaals in Fels, wurden bereits vor Corona einzelne Kurse in umliegende Gemeinden ausgelagert – als gemeinnütziger Sportverein aus Kostengründen. Stolze: „Wir haben aber bisher jedes Schuljahr Kurse in Fels ausgeschrieben, die bei entsprechender Teilnehmerzahl auch in Fels stattgefunden haben.“ An der Neuen Mittelschule und Volksschule Fels war Mama Fitness auch immer mit einem Kooperationsprojekt der Sportunion vertreten.

Bei einer Vereinstätigkeit in Kirchberg würde sich auch der Vorteil ergeben, dass dort gar keine Förderansuchen zu stellen wären, da Mama Fitness bereits in das dortige Bildungsprogramm aufgenommen wurde. Das war eine große Anerkennung. Für Kurse des Bildungsprogrammes stellt die Gemeinde Kirchberg nämlich kostenlos die Räumlichkeiten zur Verfügung. Für den restlichen Sportbetrieb gibt es eine vereinsfreundliche Preisliste. „Beispielsweise zahle ich für eine Turnstunde mit Kindern und Jugendlichen einen vergünstigten Tarif von rund 5 Euro pro Stunde, kann dafür aber die gesamte Wagramhalle nutzen“, sagt Monika Stolze.

Bisher habe man keine offizielle Absage wegen der Förderung bekommen, trotz mehrmaliger Anfrage seit Jänner 2021. „Welche fehlende Abgrenzung es zwischen einer Unternehmensberatung und einem Sportverein geben soll, müsste man mir tatsächlich erklären“, sagt Monika Stolze.

Für Bürgermeister Christian Bauer ist die Sache klar. „Die Abgrenzung zwischen der Vereinstätigkeit von Mama Fitness und der unternehmerischen Tätigkeit von Frau Stolze ist nicht klar erkennbar.“ Alle Vereine, die um Förderung ansuchen, legen ihren Jahresabschluss der Gemeinde vor. Aus Mama Fitness’ Unterlagen sei der Vereinszweck nicht ganz klar hervorgegangen. Bauer sagt: „Mir ist klar, dass Frau Stolze mit dieser Entscheidung nicht glücklich ist.“

Bei Reservierungen gab es einige Probleme

Die Hallenmiete sei zudem für alle Vereine gleich. Bei der Reservierung der neuen Mehrzweckhalle habe es auch einige Male Probleme gegeben. Mama Fitness habe reserviert und dann doch nicht genutzt, was bei den anderen Vereinen einigen Unmut ausgelöst hat.

Was die Vereinsförderungen betrifft, würde in Fels mit einer einzigen Messlatte gemessen. „Wir behandeln alle Vereine gleich und sind schließlich nicht zu Unrecht vereinsfreundlichste Gemeinde“, resümiert Christian Bauer, der darauf hinweist, dass es noch eine Aussprache mit Monika Stolze geben wird.