Grafenwörth

Erstellt am 20. Januar 2019, 03:29

von Günter Rapp

Rettung für Keller. Flächenwidmung ermöglicht Sanierungen, verhindert aber möglichen Wohnbau in den Kellergassen.

Martina Scherz präsentierte im Polsterer-Keller die vorgesehenen Flächenwidmungsplan-Änderungen für die Feuersbrunn-Grafenwörther Kellergassen.  |  privat

Mit der Änderung der Flächenwidmung für den gesamten Weinberg besteht die Möglichkeit, die Kellergassen langfristig zu erhalten. Davon ist der Grafenwörther Vizebürgermeister Reinhard Polsterer felsenfest überzeugt. Zu einer Informationsveranstaltung über dieses Projekt hat er jetzt interessierte Kellerbesitzer in seinen Keller in Feuersbrunn eingeladen.

„Betroffen sind die Kellergassen in Feuersbunn und im Wora, insgesamt rund 300 Keller“, so Polsterer. Aufgrund der derzeitigen „Grünland“-Widmung dürfen nur jene Landwirte Baumaßnahmen durchführen, die eine entsprechende Nutzung nachweisen können. Weil aber viele Keller in privater Hand sind, würde der Weinberg früher oder später „aussterben“.

Deshalb soll eine Änderung der Flächenwidmung die Kellerbereiche als „Grünland-Kellergasse“ ausweisen, mit einer Freihaltezone im Hinterland. Vize Polsterer: „So können auch Privatpersonen Baumaßnahmen setzen, die nur Landwirten vorbehalten wären.“ Auch desolate Keller können so wieder instand gesetzt werden.

Kein Wochenendhaus in den Presshäusern

Zu Wohnzwecken dürfen Keller allerdings nicht umfunktioniert werden. Erlaubt ist aber der Einbau von Toiletten und Lagerräumen. „Diese Umwidmung wäre ein wichtiger Schritt zu Erhaltung unserer Kellergassen“, so Reinhard Polsterer.

Ein weiterer Schritt wäre dort, wo es die Infrastruktur erlaubt, die Schaffung von „Bauland Sondergebiet Kellergasse“. Am Feuersbrunner Weinberg kämen dafür die Hauptkellergasse, die Sonngasse sowie die linksseitigen Keller am Beginn der Feuersbrunner Kellergasse in Frage. Von Martina Scherz, Planerin im Kremser Büro im-plan-tat, wurden die Ergebnisse der Vorprüfung dafür präsentiert.

Eine Umwidmung soll hier vorerst nicht erfolgen, da sonst Aufschließungskosten aller Kellerbesitzer an die Gemeinde fällig würden. Einzelprojekten steht allerdings nichts im Wege. So wäre etwa die Schaffung von zehn Gästebetten in drei zusammenhängenden Kellern möglich. Diese Form des sanften Tourismus wäre vorstellbar. Vizebürgermeister Polsterer: „Jedes eingereichte Projekt muss einzeln geprüft werden.“ Wobei auch alle gewerbebehördlichen Auflagen zu erfüllen sind. „Eine zusätzliche Möglichkeit zur Erhaltung der Kellergassen, ohne Wohngebiet zu schaffen.“