Wiederöffnung in Tulln: Nicht ohne meine Maske. Wirte hießen Gäste nach wochenlanger Sperre unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen willkommen.

Von Doris Firmkranz und Helga Urbanitsch. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:38)

Egal, ob das Wirtshaus ums Eck, der Lieblingsitaliener, das Stammcafé oder die Spitzengastronomie – viele Wochen legte das Cornonavirus eine gesamte Branche lahm und die Küchen blieben kalt. Doch seit vergangener Woche haben die Betriebe wieder geöffnet.

Gestaltete sich der Auftakt am (verregneten) Freitag noch etwas zäh, wurden am darauffolgenden Samstag bei strahlendem Sonnenschein die Gastgärten der Innenstadt regelrecht gestürmt. Glücklich, wer ein Platzerl an einem der mit Sicherheitsabstand aufgestellten Tische ergattern konnte.

Dank einer Verordnung der Stadtgemeinde, die den Betrieben größere Flächen für ihre Schanigärten gewährt, konnten die Auflagen auch dementsprechend erfüllt werden.

„Die Leute sind so dankbar und fühlen sich hier im erweiterten Schanigarten sehr sicher.“Ingrid Öllerer vom „Segafredo“ am Hauptplatz

So auch im renommierten „Winzig XL“ in der Brüdergasse. Gäste können bei Susanne Merta – maximal vier Personen an einem Tisch – endlich wieder ihr gewohntes Frühstück zelebrieren. Lediglich die Barhocker entlang des Tresens fehlen, ein Schild mit der Aufschrift „Kein Barbetrieb“ verweist auf das von der Regierung verhängte Verbot, sich an der Theke aufzuhalten.

„Trendy“ ist der Schanigarten von Markus Güblers „Sea You“ am Westende des Hauptplatzes. Trendy auch die Speisekarte. Um möglicherweise auf Papier lauernde Coronaviren hintanzuhalten, steht jedem Tisch ein QR-Code, nach dessen Scan mit dem Handy die Angebote abgerufen werden können, zur Verfügung.

„Wir sind ein sehr kleines Lokal, am ersten Abend musste ich schweren Herzens einige Gäste abweisen“, so Gübler.

Groß war der Andrang auch im beliebten „Segafredo“ am Hauptplatz. „Die Leute sind so dankbar und fühlen sich hier im erweiterten Schanigarten sehr sicher“, freut sich Ingrid Öllerer über den „super Start“ nach der Krise und die große Disziplin der Gäste gegenüber den Sicherheitsvorschriften.

„Super angelaufen“ ist es auch im „Hellas“, wo griechische Urlaubserinnerungen kulinarisch aufgefrischt werden. Dort musste man nicht erst viel umstellen, denn „wir hatten vorher schon von Tisch zu Tisch einen Abstand von 1,20 Meter“, erklärt Nikolaos Raptotasios, der ab Mitte Juni seine griechischen Spezialitäten an der Donaulände servieren wird.

„Mehr erwartet“ hatte sich Jolanta Huber von Jolas Café. „So einen großen Andrang wie bei den Baumärkten gab es bei uns nicht“, scherzt die Chefin.

Nachdem auch mit Visieren als Gesichtsschutz gearbeitet werden darf, entschloss sich auch Christian Pöck vom „Schwarzen Adler“ am Rathausplatz, trotz anfänglicher Skepsis seine Pforten doch zu öffnen, „aber es gibt nur Mittagstisch, Sonntag ist geschlossen“, so der Wirt.

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