Corona kostet Tulln 3,5 Millionen Euro. Die Stadtgemeinde Tulln rechnet mit einer massiven finanziellen Belastung. Bürgermeister Eisenschenk (ÖVP) plädiert für ein Hilfspaket von Bund und Land für Gemeinden.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:05)
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Für Sofort-Maßnahmen und Förderungen greift die Stadtgemeinde tief ins Börserl, manche Einnahmen bleiben in der Krisenzeit aus – das Coronavirus hinterlässt auch im Gemeindebudget seine Spuren.

Die Stadtgemeinde Tulln rechnet mit einem finanziellen Gesamt-Ausfall von 3,5 Millionen Euro. Zur Einordnung: Das entspricht in etwa der Summe für den Bau des Kindergartens Neuaigen und der vollständigen Erneuerung des Florahofsaals zusammen.

„Wir stehen vor einer massiven finanziellen Belastung. Wie wir damit umgehen, muss daher noch vorbereitet und geplant sein“, erklärt Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Harald Schinnerl (ÖVP). In den Ausschüssen wurden die finanziellen Einbußen noch nicht behandelt. Eine genaue Aufschlüsselung der Kosten ist daher nicht möglich.

Schinnerl: „Aktuell sind wir dabei, alle Zahlen zu konkretisieren und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Im Juni folgt dann ein eigener Finanzausschuss mit Vertretern aller Fraktionen, um die notwendigen Entscheidungen so zu treffen, wie wir durch die Krise gegangen sind: gemeinsam.“

„Zum Wohl unserer Bürger und der Wirtschaft müssen wir trotz dieser massiven Ausfälle rasch wieder investieren können.“Bürgermeister Peter Eisenschenk (ÖVP)

In der Gemeinderatssitzung Ende Juni sollen die notwendigen Beschlüsse gefasst werden, für September ist ein Nachtragsvoranschlag für den Gemeindehaushalt vorgesehen.

Für Bürgermeister Peter Eisenschenk (ÖVP) ist das Ziel für die kommenden Monate klar: „Zum Wohl unserer Bürger und der Wirtschaft müssen wir trotz dieser massiven Ausfälle rasch wieder investieren können. In Sachen Infrastruktur, Bildungsstandort, Wirtschaft und Digitalisierung müssen wir weiterhin beziehungsweise gerade jetzt vorangehen.“

Dabei setzt der Tullner Stadtchef auf finanzielle Hilfe von oben. Eisenschenk: „Ich unterstütze die Forderung von Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, dass die Gemeinden als die größten öffentlichen Investoren in Österreich ein Hilfspaket des Bundes und der Länder brauchen.“