Was passiert mit Deponie in Ruppersthal?. Gemeindepolitiker, Bürgerinitiative und betroffene Winzer wollen gemeinsam eine umweltverträgliche Sanierung der Deponie in Ruppersthal erreichen.

Von Christa Wallak. Erstellt am 23. Februar 2021 (19:02)
Künftig sitzen nur noch 36 statt 37 Mandatare im Gemeinderat, ein Sitz bleibt leer.
Shutterstock/Denis Kuvaev

Der Großweikersdorfer Gemeinderat hat sich in einer Resolution an die zuständigen Behörden und Politiker einstimmig „gegen die Errichtung einer Baurestmassendeponie am Standort der Schottergrube ,Bieringer‘ ausgesprochen. Es wird die Räumung der Grube und die Verfüllung mit Aushubmaterial verlangt.

Die Bürgerinitiative „Pro Ruppersthal“ ist über diesen Beschluss sehr erfreut: „Dadurch wird dem eindeutigen Votum der Bevölkerung vom letzten Herbst (siehe NÖN-Bericht vom 4. November) nun auch auf politischer Ebene Rechnung getragen. Eine zweite Baurestmassendeponie in der Gemeinde ist der Bevölkerung nicht zumutbar und eine der besten österreichischen Weinbaulagen darf dadurch nicht zerstört werden.“

ÖTW-Klassifikation „Erste Lage“

Die Schottergrube liegt im Weinbaugebiet Wagram in der Riede Mordthal, die von den österreichischen Traditionsweingütern (ÖTW) als „Erste Lage“ klassifiziert wurde. Die Riede Mordthal gehört also durch geologische, klimatische und geografische Besonderheiten zu den besten des Landes. Nur zwölf Rieden am Wagram konnten dieses Prädikat 2020 beanspruchen.

„Als Winzer der angrenzenden Weingärten und Vorstandsmitglied der ÖTW verfolge ich die Absicht, für die besten Lagen in NÖ den Status als Landschaftsschutzgebiet zu beantragen“, sagt Karl Fritsch.

„In den letzten 40 Jahren haben wir für den Wagram und für unsere besten Lagen als Aushängeschild gekämpft. Dass jetzt in der angrenzenden Schottergrube Baurestmassen verarbeitet und gelagert werden sollen, ist für unsere gewachsene Kulturlandschaft ein Eingriff, den wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen zu verhindern.“

„Nur dagegen zu sein ist keine Lösung“

In diesem Sinne haben die Bürgerinitiative und die betroffenen Winzer in den letzten Monaten in vielen Gesprächen nach Alternativen gesucht. „Gemeinsam mit renommierten Umweltjuristen arbeiten wir derzeit an einem nachhaltigen Renaturierungsprojekt, welches zukünftig der gesamten Wagram-Region zugutekommen soll. Hier soll ein Modellbeispiel dafür entstehen, wie man ein Problem ins Positive wenden und einer ökologisch sinnvollen Nutzung zuführen kann“, skizziert die Bürgerinitiative in einer Pressemeldung.

„Die Deponie wäre ein enormer Schaden für Mensch, Tier und Natur. Ich hoffe, dass wir von unserer politischen Vertretung Unterstützung bekommen, um dies abzuwenden“, ergänzt Fritsch.