Spannung trotz vieler Absoluter im Bezirk Tulln. Die ÖVP hält 17 deutliche Mehrheiten im Bezirk, die SPÖ eine. In drei Gemeinden kann es spannend werden.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 18. September 2019 (04:00)
Wodicka; Foto-Montage Alex König
Wodicka; Foto-montage Alex König

Die Nationalratswahl ist noch nicht geschlagen, schon kündigt sich der nächste Urnengang an: Am 26. Jänner werden im Bezirk Tulln (ohne Neuzugang Klosterneuburg) 473 Gemeinderatsmandate neu vergeben. Zur Zeit werden 53,9 Prozent davon von der ÖVP besetzt, die auch in 20 von 21 Gemeinden den Bürgermeister stellt, in sieben sogar mindestens mit Zwei-Drittel-Mehrheit. Trotz dieser klaren Verhältnisse, gibt es in einigen Gemeinden spannende Ausgangslagen.

NÖN
Bürgermeister Peter Eisenschnk (TVP) möchte „auch in Zukufnt für Tulln arbeiten“.

Heiß umkämpft ist naturgemäß die Bezirkshauptstadt Tulln, wo die TVP aktuell mit 48,5 Prozent der Stimmen aufgrund des Wahlsystems knapp eine absolute Mehrheit hält, die nur mit einem Mandat abgesichert ist. „Wir haben aufgrund unseres umfangreichen Arbeitsprogrammes im Herbst genug zu tun, ich bin froh, dass der Wahlkampf aufgrund des Jänner-Termins ein sehr kurzer sein wird“, zeigt sich der amtierende Bürgermeister Peter Eisenschenk dennoch gelassen. „Ich möchte auch in Zukunft sehr gerne für Tulln arbeiten“, sagt er zu seinem mehr als nur wahrscheinlichen Wiederantritt.

NOEN
Maximilian Titz steht zur Verfügung, „wenn die ÖVP das wünscht“.

Noch spannender ist die Situation in St. Andrä-Wördern, wo die ÖVP derzeit mit 22,2 Prozent der Stimmen dank Grünen (16,4 %) und Bürgerliste (11,4 %) in der haarscharf abgesicherten Jamaica-Koalition den Bürgermeister stellt. Der amtierende Ortschef Maximilian Titz wäre jedenfalls für einen Wiederantritt bereit: „Ich möchte auch in Zukunft sehr gerne für Tulln sowie für die Katastralgemeinden arbeiten.“

In zehn weiteren Gemeinden regiert die ÖVP mindestens mit absoluter Mehrheit (mehr als 50 Prozent), die letzte große Bastion der SPÖ ist Zwentendorf, wo Bürgermeister Hermann Kühtreiber zuletzt solide 60,5 Prozent errang. Seine Nachfolgerin Marion Török vereinigt hinter sich ein deutlich verjüngtes Team: „Man spürt richtig die Aufbruchstimmung.“

SPÖ
Marion Török (SPÖ) verteidigt die letzte große rote Bastion im Bezirk.

Dann wäre da noch die 2.300-Einwohner Gemeinde Zeiselmauer-Wolfpassing: Dort war ÖVP-Bürgermeister Eduard Roch 2017 nach Unstimmigkeiten aufgrund von gesundheitlichen Problemen zurückgetreten. Nachfolger Walter Grosser (ebenfalls ÖVP) tritt jetzt an, um die relative Mehrheit zu verteidigen oder auszubauen.

Bewegung gibt es aber auch abseits der beiden dominanten Parteien. FPÖ-Bezirksparteiobmann Andreas Bors wird wahrscheinlich erstmals selbst als Spitzenkandidat in Tulln ins Rennen gehen. Seine Partei will in einigen Gemeinden antreten, in denen sie noch nicht vertreten ist: „Auf jeden Fall in Judenau-Baumgarten.“

Ulli Fischer, Grüne Vizebürgermeisterin in St. Andrä-Wördern und Bezirksspitzenkandidatin für die Nationalratswahl, hofft, dass ihre Partei in zwei bis drei Gemeinden erstmals antreten wird. Das gilt schließlich auch für die NEOS. Pressesprecher Jürgen Hirschmann: „Wir sind eine in ganz Niederösterreich wachsende Organisation. Da tut sich Einiges, Näheres kann ich aber erst Ende Oktober, Anfang November sagen.“

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