Besondere Zeiten brauchen besondere Lösungen. In St. Stephan wird zu Ostern nach Vorschriften der Diözese gefeiert. In St. Severin bleibt man „auf Distanz verbunden“.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 04. April 2020 (03:54)

Obwohl Liturgie eine lebendige Feier mit Gläubigen ist, erfreuen sich auch Gottesdienst-Übertragungen über Radio, Fernsehen und andere Medien wachsender Akzeptanz. „Zum Auftrag der Kirche gehört es, alle Mittel zu gebrauchen, durch die Menschen die Botschaft Jesu erfahren können“, erklärte Bischof Alois Schwarz.

„Zum Auftrag der Kirche gehört es, alle Mittel zu gebrauchen, durch die Menschen die Botschaft Jesu erfahren können“

Nach Richtlinien der Bischöflichen Konferenz darf der Priester, dessen Kirchenraum sich für die nötige Distanz und gemeinsame Feier eignet, zur Liturgie-Feier vier Gläubige bitten, die erklärterweise gesund sind und nicht einer Risikogruppe angehören, mit ihm den Palmsonntag und die österlichen Tage zu feiern. Idealerweise soll diese Gemeinschaft für alle Feiern dieselbe bleiben. Bischof Schwarz betonte, dass diese „keine Auserwählten“ und auch kein „Heiliger Rest“ seien, sie leisten einen Dienst und repräsentieren die Pfarrgemeinde.

Dazu Pfarrer Christoph Kowalski von der Pfarre St. Stephan: „Ich werde auf jeden Fall von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und die Osterfeierlichkeiten nach diesen Bestimmungen zelebrieren.“ Außerdem wird Glockengeläute zu den Messe-Beginnzeiten die Menschen zu Hause, im Glauben verbunden, zum Gebet einladen. „So sind wir, die Pfarrgemeinde, miteinander verbunden.“

In der Pfarre St. Severin finden vom Palmsonntag bis Ostermontag keine Gottesdienste oder Andachten in der Pfarrkirche statt. „Die in dem Schreiben des Bischofs erwähnte Möglichkeit, dass ein Priester mit vier Personen die Osterliturgie in einer abgesperrten Kirche feiern kann, trifft auf Tulln St. Severin nicht zu“, erklärte Wolfgang Apfelthaler. Provisor Reginald Ejikeme sitzt in Nigeria fest, da alle Flughäfen geschlossen sind und Altpfarrer Anton Schwinner hält sich strikt an die Vorschriften der Regierung. Im Namen des Vorstandes von St. Severin appelliert Apfelthaler an die Pfarrgemeinde: „Auch wenn das Osterfest 2020 ‚anders‘ als bisher üblich sein wird, so bin ich mir dennoch sicher, dass wir auch auf Distanz verbunden sind. Ein gemeinsames miteinander Feiern, wann auch immer, wird dann ein großes Fest in St. Severin sein.“

„Das Segensgebet kann in jeder Familie selbst gesprochen werden"

Die ursprünglich von Priestern angedachte Möglichkeit, Palmzweige unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu segnen, wurde untersagt. „Das Segensgebet kann in jeder Familie selbst gesprochen werden. In den Pfarrkirchen wird dazu ein Folder aufliegen, weiters auch Gebete, um Palmsonntag, die Karwoche und Ostern in der Hauskirche zu feiern“, erklärte Dechant Gregor Slonka, „da auch Begräbnisse nicht in gewohnter Weise stattfinden können werden auch diesbezüglich Gebete für zu Hause in den Pfarrkirchen aufliegen.“

Info der Diözese: www.dsp.at, www.netzwerk-gottesdienst.at