Uneinig bei Radweg. FPÖ stimmt gegen eine Arbeitsgemeinschaft zur Realisierung eines Radwegs und gegen die Eröffnungsbilanz.

Von Christa Wallak. Erstellt am 17. April 2021 (03:33)
Rot: Der Weg, wie er neu errichtet werden soll. Blau: der bestehende Feldweg. Gelb: Schmida-Radweg.
FPÖ Großweikersdorf

Die geplante Trasse eines neuen Radwegs von Thern (Bezirk Hollabrunn) nach Großweikersdorf sorgt für Differenzen im Gemeinderat. „50 Meter neben einem bestehenden Weg wird ein neuer Weg gebaut und so völlig unnötig bester Ackerboden versiegelt“, ärgert sich Umweltgemeinderat Sepp Hintermayer (FPÖ). Seine Partei stimmte daher bei der Gemeinderatssitzung gegen die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft mit der Gemeinde Heldenberg, die sich mit diesem Projekt beschäftigt.

„Der Weg ist ein Wunsch der Bevölkerung von Unter- und Oberthern, die per Rad nach Großweikersdorf gelangen will“, erklärt Bürgermeister Alois Zetsch. „Es wird ein Planungsbüro beauftragt, das beide Varianten prüft.“ Einiges spreche jedoch für die neue Trasse, erklärt Zetsch: „Sie ist kürzer, die Landesstraße muss nur ein Mal und nicht zusätzlich an einer Kreuzung mit schlechter Aussicht gequert werden. Eine Befestigung des Weges ist in beiden Fällen notwendig.“

„Der Weg ist ein Wunsch der Bevölkerung von Unter- und Oberthern, die per Rad nach Großweikersdorf gelangen will“,

Dieses Argument hebt auch der geschäftsführende Gemeinderat der SPÖ, Thomas Koss, hervor: „Ich bin prinzipiell gegen weitere Versiegelung von Flächen, aber auch beim bestehenden Erdweg wäre eine Versiegelung erforderlich.“

Einen weiteren Vorteil nennen Zetsch und Koss unisono: geringere Kosten. Die Errichtung - abzüglich der Förderung durch das Land NÖ - und Erhaltung zahlt anteilsmäßig jene Gemeinde, wo der Radweg verläuft. Nur die neue Strecke liegt großteils auf Heldenberger Gemeindegebiet, wodurch sich der finanzielle Aufwand für Großweikersdorf reduziert.

Die FPÖ stimmte auch gegen die erstmalig erstellte Eröffnungsbilanz mit einer Summe von 38,6 Mio. Euro. „Hier werden Dinge willkürlich bewertet und als Vermögen ausgegeben. Das ist ein kryptisches Zahlenkonstrukt ohne echte Substanz“, begründet FPÖ-Obmann David Otzlberger die Skepsis.

Durch die Umstellung der Gemeindebuchführung auf eine klassische Finanzbuchhaltung war es notwendig, alle Vermögenswerte der Gemeinde zu erfassen und zu bewerten. „Zur Bewertung des bestehenden Gemeindevermögens und Bestimmung des Zeitwerts wurden Spezialisten hinzugezogen, etwa die Landesstraßenverwaltung bei den Straßen und Wegen, und ein Versicherungssachverständiger bei den Gebäuden“, erläutert Zetsch den arbeits- und zeitintensiven Ablauf.

Die SPÖ geht davon aus, dass alles korrekt ist: „Bei der Erstellung der Eröffnungsbilanz ist man den Empfehlungen des Landes gefolgt und wir haben vollstes Vertrauen zu Amtsleiter Tomas Pachner. Natürlich fehlt die Vergleichbarkeit zum Vorjahr“, meint Koss.