Ein Einbaum auf der Donau in Tulln. Holztechnologe der BOKU hat Gefährt aus dem Mesolithikum aus Lindenstamm nachgebaut.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 26. April 2019 (05:56)
Mahrdt
So sieht er aus der Einbaum von Eike Mahrdt, der am 15. Mai auf dem Donaualtarm in Greifenstein zu Wasser gelassen wird.

Eike Mahrdt ist studierter Holztechnologe an der BOKU-Tulln. Besonders interessieren ihn die historische Holzverarbeitung und experimentelle Archäologie. Deshalb fertigte er eine Rekonstruktion eines prähistorischen Einbaums an. Nun soll auf dem Donaualtarm in Greifenstein die auf der Donau absolviert werden.

„Für den Einbaum höhlte ich einen fünf Meter langen Lindenstamm mit historischem Werkzeug aus und formte ihn zu einem eleganten Wasserfahrzeug“, berichtet Mahrdt. Lindenholz war, laut dem Holztechnologen, die bevorzugte Holzwahl im Mesolithikum, vor rund 9.000 Jahren.

„Einbäume waren unter anderen die ersten Wasserfahrzeuge der Menschheit“, so Mahrdt. Auf den vielen Donauarmen im prähistorischen Niederösterreich waren sie ein verbreitetes Wasserfahrzeug für Jäger und Fischer und dienten als Transportmittel für Händler. Auf den Wasserwegen war es einfacher und schneller voran zu kommen, als durch die dichten Laubmischwälder, die das Land flächenmäßig bedeckten.

Im Rahmen seiner Unternehmensgründung (lebendigesteinzeit.at), vermittelt Eike Mahrdt in Seminaren und Workshops steinzeitliches Handwerk und steinzeitliche Lebensweisen.