Tulln

Erstellt am 10. August 2018, 03:23

von Doris Firmkranz

Alles lechzt nach Wasser. Menschen, Fauna und Flora – alle haben in Zeiten wie diesen erhöhten Wasserbedarf. In Tulln ist die Versorgung gesichert.

Überlebenswichtig für die Pflanzen ist die tägliche Wasserzufuhr. Zeitig in der Früh wird gegossen.  |  Gruber-Dorninger

„Trinken, trinken, trinken!“, sollte man bei den derzeit herrschenden tropischen Temperaturen. Angesichts der Tatsache, dass in manchen Gegenden Österreichs (!) Trinkwasser bereits knapp wird, stellt sich die Frage: „Müssen sich die Tullner nun ebenfalls Sorgen um die Wasserversorgung machen? „Nein“, so die Antwort aus dem Rathaus. Laut Stadtgemeinde macht es sich gerade in den sommerlichen Hitzeperioden bezahlt, dass Tulln in dieser Hinsicht schon seit Jahrzehnten Vorarbeit leistet.

Obergärtnerin Marie-Therese Heckl (r.) ist mit ihren fleißigen Gärtnern auf der Donaulände unterwegs.  |  Urbanitsch

„Bei der Versorgung mit dem Lebensmittel Trinkwasser ist Weitblick gefragt“, so Vizebürgermeister Harald Schinnerl, „mit dem neuen Trinkwasserbehälter beim Wasserwerk 1, in den wir 3,2 Millionen Euro investiert haben, ist die Versorgung der Bevölkerung langfristig gesichert.“

Seit Dezember 2017 ist der neue, fünf Millionen Liter fassende Tiefbehälter beim Wasserwerk 1 in der Staasdorfer Straße in Betrieb. Gemeinsam mit den drei weiteren Behältern sind nun jederzeit 7,5 Millionen Liter Trinkwasser verfügbar.

Bis zu fünf Millionen Liter an Spitzentagen

Das bedeutet, dass stets mehr Trinkwasser vorrätig ist, als dem maximalen Tagesbedarf des gesamten Stadtgemeindegebietes entspricht. An Spitzentagen werden nämlich vier bis fünf Millionen Liter Trinkwasser über Wasserhähne, WC-Spülungen und Haushaltsgeräte entnommen.

Laut Statistik lag der Gesamtverbrauch im heurigen Juli mit rund 122.000 m³ unter dem des Vorjahres, da waren es etwa 135.000 m³.

4.800 m³ wurden sowohl 2017 als auch 2018 am Tag mit dem höchsten Verbrauch entnommen. Der höchste Tagesverbrauch seit Beginn der Aufzeichnungen liegt bei satten 7.000 m³.

Die Aufbereitung umfasst einen Eisen- und Manganfilter sowie eine Huminstoff-Aufbereitung auf dem neuesten Stand der Technik. Im Rahmen eines umfassenden Wassersicherheitsplanes kann jeder Liter Wasser von der Förderung bis zum Wasserhahn nachverfolgt werden.

Damit auch die Qualität passt, werden vier Mal pro Jahr von einer staatlich akkreditierten Prüf- und Inspektionsstelle Proben des Trinkwassers genommen – der aktuellste Befund ist vom 13. Juni und online auf der Website der Stadtgemeinde Tulln abrufbar.

Seit Ende Juli werden die öffentlichen Grünflächen durch vermehrtes Gießen und intensiveren Aufwand betreut. Das heißt, es werden nicht nur die Sommerblumen, sondern auch Staudenbeete, Bäume, etc. gegossen. Dazu werden rund 285.000 Liter pro Tag aufgewendet. Durchgeführt wird die Bewässerung von Mitarbeitern des Bauhofes und fünf Fremdfirmen (Landwirte). Zum Einsatz kommt hier aber nicht wertvolles Trinkwasser, sondern es wird zu 80 Prozent der Donau und stehenden Gewässern wie der Dorflacke in Langenlebarn, Feuerwehrbrunnen (Grundwasser) und Hydranten entnommen. Schinnerl lobt den engagierten Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter: „Sie sind bei diesen Temperaturen bereits in den frühen Morgenstunden unterwegs, um die zu gießenden Flächen abdecken zu können.“

Auch eine Sondereinheit ist unterwegs

Ebenfalls früh aufstehen müssen Tullns Gärtner rund um Bereichsleiter Mario Jaglarz und Obergärtnerin Marie Therese Heckl. „Im Sommer gedeiht alles besonders gut, sowohl die schönen Pflanzen als auch das unschöne Beikraut“, weiß Obergärtnerin Marie Therese Heckl. Daher fangen die Bauhof-Mitarbeiter aus den Bereichen Straßenerhaltung und Grünraum schon früh an. „Mit dem Gießen wird schon um 4 Uhr begonnen, mit den Gartenarbeiten um 5.45 Uhr.“

Insgesamt vier Gärtnergruppen mit je vier bis fünf Mitarbeitern und eine „Mähpartie“ sind in ganz Tulln und den Katastralgemeinden unterwegs. „Außerdem gibt es noch eine ‚Sondereinheit‘, die sich um aktuelle Beschwerden und um die Pflege der Gärten von Kindergärten und Volksschulen kümmert“, so Heckl. „Die Hitze macht natürlich allen zu schaffen. Auch wenn wir sehr zeitig beginnen, sind wir trotzdem bis in den Nachmittag im Einsatz, denn die Arbeit wächst stetig nach“, weiß Heckl. „Bei den extremen Temperaturen ist bei den Gärtnern auf jeden Fall der Strohhut ein Muss, viel trinken und notwendige Pausen, möglichst im Schatten“ ist der Rat der Obergärtnerin.