1.800 Bürgeranliegen zu Gehör gebracht. Bürgernähe stand im Mittelpunkt eines einzigartigen demokratischen Projektes von Stadtchef Eisenschenk.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 23. Dezember 2014 (03:13)
Einer der letzten Abende der „in 80 Tagen durch Tulln“-Tour von Tullner Stadtpolitikern war jener am 15. Dezember in Langenlebarn.
NOEN, Stadtgemeinde Tulln
Am Jahresanfang rief Bürgermeister Peter Eisenschenk das „Jahr des Dialogs“ aus, versprach „In 80 Tagen durch Tulln“ zu touren.

Näher kommen und Zuhören

Das Versprechen wurde eingehalten: An insgesamt 80 Bürgerabenden, die sich über die ganze Stadt und alle Katastralen verteilten und sich auf wenige Straßenzüge beschränkten, fanden angeregte Diskussionen im kleinen Kreis statt. Fast 1.800 Hinweise, Wünsche und Anliegen wurden penibel zu Protokoll gebracht und von der Stadtgemeinde bearbeitet. „Näher kommen und Zuhören“ dieses Motto hatte sich Eisenschenk auf seine Fahnen geheftet.

Mit Hilfe der vorgebrachten Anregungen sei es gelungen, Tulln noch schöner und lebenswerter zu machen. „Zudem hat zahlreich ausgesprochenes Lob für unsere Arbeit uns noch mehr motiviert“, resümiert Eisenschenk.

Besonders freut den Bürgermeister, dass auch alle Parteien des Gemeinderates dieses Angebot angenommen haben und bei den Bürgerabenden dabei waren. Denn die täglichen Sorgen und kleinen Anliegen der Bevölkerung nicht aus den Augen zu verlieren sei eine der wichtigsten Aufgaben der Stadtpolitik.

Lob für Straßenkehrer, Schneeräumer, Gärtner 

Die größte Gruppe der von den Bürgern vorgebrachten Wortmeldungen waren die 751 Hinweise und Lob (vorwiegend an die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, Straßenkehrer und Schneeräumer gerichtet). Ebenfalls in diese Kategorie fallen Hinweise wie „Ich beteilige mich gerne an der Aktion ,Grünpatenschaft’“.

Die zweitgrößte Gruppe umfasst 674 Anliegen, die von der Stadtgemeinde aufgegriffen und unmittelbar umgesetzt wurden. Beispiele sind die Asphaltierung des letzten Radweg-Teilstückes entlang der Kleinen Tulln und das Entfernen einer Lärm verursachender Bodenmarkierung von einer Fahrbahn in Staasdorf.

Zahlreiche Anliegen ins Budget 2015 aufgenommen

Es gab 248 Anliegen, deren Verwirklichung aufgrund der finanziellen Situation aufgeschoben werden musste. Einige davon wurden ins Budget 2015 aufgenommen und werden in den nächsten Monaten verwirklicht etwa die Radwegverbindung Tulln-Nitzing. Andere sollen auch in Zusammenarbeit mit der Stadterneuerung in Angriff genommen werden.

Lediglich 125 Bürgeranliegen können nicht umgesetzt werden, weil etwa technische, räumliche oder gesetzliche Voraussetzungen fehlen.