Kultdisco Baby’O soll neuen Wohnungen weichen. Ein Dringlichkeitsantrag von Bürgermeister Georg Hagl bringt Turbulenzen in von Franz Zika forciertes Wohnungsbau- Projekt. Bebauungsplan und Bausperre fixiert.

Von Gabi Gröbl. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:35)
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Auf einer Skizze stellte Franz Zika das zu verbauende Areal dar.

Die Kultdisco und das Grundstück sollen verkauft werden, die Errichtung von Wohnungen sei geplant, es gäbe bereits einen Interessenten für Grundstück und Errichtung. Laut Besitzer Franz Zika handelt es sich um rund 8.300m .

Bürgermeister Georg Hagl brachte einen Dringlichkeitsantrag zur Erstellung eines Bebauungsplans mit einer Bausperre ein. Diese soll die Bebauungsdichte und das Ortsbild regeln. „Ein Kaufinteressent war bei mir, es war die Rede von 200 Wohnungen, da haben bei mir die Alarmglocken geschrillt. Es heißt nicht, dass nicht gebaut werden darf, aber 200 Wohnungen mitten im Ort sind ein Thema“, erklärte Hagl.

„Es werden unruhige Zeiten für Judenau. Ich werde rechtliche Schritte setzen.“ Franz Zika, Grundbesitzer

Franz Zika reagierte: „Es gibt hier, was Wohnungsbau betrifft, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.“ Er fürchtet nun, dass sein Interessent abspringt. Sein Ziel sei an dieser Stelle „leistbares Wohnen. Ich habe immer für junge Leute gearbeitet.“

Jugendgemeinderätin Tanja Nagl steht dem Wohnungsbau in der gesamten Gemeinde kritisch gegenüber: „Mir ist wichtig, dass die Vorgaben für alle Flächen in der Gemeinde vorweg geregelt sind. Wohnungsbau ist gut, aber kontrolliert, mit Maß und Ziel.“

Hagl möchte bis zum Herbst ein Wohnbau Konzept für Judenau erarbeiten: „Ich bleibe meinem Grundsatz treu. Wir sollten keine großen Dinge zulassen, die uns nachher wehtun.“

Zika meint dazu: „Für mich ist das ein Willkürakt, ich werde rechtliche Schritte setzen.“ Das Baby’O existiert noch bis 14. Juli 2020.