Winzer der Region Wagram sehen Zukunft positiv

Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen machen auch vor den Wagramer Weinen nicht halt. Die Frage, wohin die Reise geht, beantworten zwei Winzer aus der Region.

Erstellt am 30. November 2021 | 05:17
Lesezeit: 2 Min
Klimawandel - Winzer der Region Wagram sehen Zukunft positiv
Christoph Strell setzt seit Jahren auf biodynamische Anbaumethoden und weniger Ertrag zugunsten einer höheren Qualität. Foto: Grolig
Foto: Grolig

Der Klimawandel schreitet voran. Aber nicht nur wärmere Temperaturen, sondern vor allem eine deutliche Zunahme an Wetterkapriolen stellen unsere Weinbauern vor immer neue Herausforderungen. Im Gespräch zeigt sich, dass sie sich aber gut gerüstet sehen und positiv in die Zukunft blicken.

„Den für unsere Region typischen Weincharakter nicht zu verlieren, das hat die Weißweine aus Österreich bekannt gemacht“, betont Josef Fritz aus Zaußenberg, dieses Jahr Salonsieger mit seinem roten Veltliner. Allerdings sieht er auch, dass die Weine sich geschmacklich wandeln. „Die Weine werden weicher, runder, die Säure wird weniger und der Zucker- und Alkoholgehalt werden höher. Die Weine schmecken, als wären sie im Süden Europas gewachsen.“

Die Weine schmecken, als wären sie im Süden Europas gewachsen.“ Josef Fritz Winzer

Klimawandel - Winzer der Region Wagram sehen Zukunft positiv
Christoph Strell setzt seit Jahren auf biodynamische Anbaumethoden und weniger Ertrag zugunsten einer höheren Qualität. Foto: Grolig
Foto: Grolig

Ähnlich sieht das Christoph Strell vom Hanauer Hof in Ruppersthal, der seit Jahren auf biodynamische Anbaumethoden setzt: „Der Wein wird vom Klima des Jahrgangs immer stark geprägt. In warmen Jahren, insbesondere durch einen Herbst mit warmen Nächten, kann die Säure sehr gering ausfallen und die Zuckerreife zum Teil schon vor der physiologischen Traubenreife sehr hoch ausfallen.“

Da er auf jegliche Behandlungsmittel im Keller verzichtet, spiegeln seine Weine das Klima und das Terroir des jeweiligen Jahrgangs in vollem Umfang wieder, so der Winzer. Auch sei der Trockenstress für die Reben im Frühjahr eine zunehmende Herausforderung, der er durch Reberziehung, Laubarbeit, Begrünung und natürliche pflanzliche Präparate begegnet.

Trockenstress als Herausforderung

Einig sind sich die beiden Hauer in ihrer Einschätzung, dass es gewisse Rebsorten unter den neuen klimatischen Bedingungen deutlich schwerer haben werden. So merkt Fritz an, dass „Sorten, die von Haus aus geringere Säure haben, sicher seltener“ werden.

Strell ergänzt, dass sehr warme Jahrgänge der Säurestruktur zusetzen und sich bei Sorten wie beispielsweise dem Grünen Veltliner das Geschmacksbild stark verändern wird. „Auf längere Sicht wäre es also denkbar, dass der Grüne Veltliner seinen Stellenwert am Wagram teilweise verlieren könnte.“