Mann hörte Überfall mit. Überfall auf Penny-Markt / Gatte eines der beiden Opfer hörte den Überfall live auf dem
Handy mit und schlug Alarm. Der Täter konnte trotzdem unerkannt entkommen.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 20. November 2013 (23:59)
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Dramatische Szenen mussten zwei Verkäuferinnen dieser Penny-Filiale in Kirchberg am Wagram erleben. Der Täter hatte ihnen am Lieferanteneingang (Bild) aufgelauert. Rapp
Von Doris Firmkranz

Eiserne Nerven bewiesen zwei Verkäuferinnen, die am Samstag kurz nach Ladenschluss Opfer eines Raubüberfalles an ihrem Arbeitsplatz geworden sind. Es gelang ihnen, den maskierten Täter, der ihnen gegen 18.15 Uhr am Lieferanteneingang der Penny-Filiale aufgelauert und sie mit vorgehaltener Faustfeuerwaffe zur Herausgabe der Tageslosung aufgefordert hatte, davon zu überzeugen, dass dies durch ein spezielles Sicherheitssystem unmöglich wäre.

Die gesamte Tageslosung befand sich zu diesem Zeitpunkt nämlich schon in einem im Tresor zusätzlich eingebauten, nur von der Security zu öffnenden Tresor, weshalb sich der unbekannte Räuber mit drei Handkassen mit Wechselgeld begnügen musste. Diese steckte er in eine schwarze Einkaufstasche.

„Nur“ Handkassen und Wechselgeld erbeutet 

Zuvor hatte er die Alarmanlage ausschalten lassen. Eine der Frauen musste sich in einiger Entfernung auf den Boden legen, während ihre Kollegin die Tür zum Büro und den Tresor aufsperren musste. Als er sah, dass es hier nichts zu holen gab, forderte er die Herausgabe der Handkassen. Dann fischte er selbst noch mehrere Geldrollen mit 50 und 20 Cent-Münzen in derzeit noch unbekannter Höhe aus dem Tresor und verstaute sie ebenfalls in der schwarzen Einkaufstasche.

Während sich der unbekannte Maskenmann am Tresor zu schaffen machte, betätigte eine der beiden gemäß der Anordnung des Täters am Boden liegenden Frauen ihr Handy, um mit ihrem Gatten in Verbindung zu treten.

Sie hoffte, dass er hören würde, welche dramatischen Szenen sich im Büro der Penny-Filiale gerade abspielten. Und der Versuch gelang tatsächlich: Obwohl der Räuber ihnen in der Folge befahl, die Handys abzugeben und auf den Tresor zu legen, erkannte der Gatte der Verkäuferin am Telefon den Ernst und die Gefährlichkeit der Situation und veranlasste die Alarmierung der Polizei durch seinen Sohn.

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Der Täter lotste daraufhin die Verkäuferinnen in den angrenzenden Waschraum. Dort sperrte er sie ein, wies sie an, nicht innerhalb der nächsten 10 Minuten heraus zu treten und schob einen Schreibtisch vor die Türe.

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann anschließend den Tatort wieder über den Lieferanteneingang verlassen hat. Die beiden Angestellten konnten sich nach einigen Minuten selbst aus dem Waschraum befreien.

Obwohl die Polizeistreife Kirchberg 1 rasch am Tatort eintraf, fehlte vom Täter jede Spur. Somit konnte auch nicht eruiert werden, in welche Richtung der Unbekannte geflüchtet war und ob er dazu ein Fahrzeug benutzt hat. Eine Alarmfahndung wurde sofort eingeleitet, verlief bisher jedoch ergebnislos.

Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

Polizei fahndet nach dem flüchtigen Täter

Die beiden Frauen (sie wurden zwischenzeitlich vom Dienst freigestellt, um sich von dem Erlebten zu erholen) beschrieben den Täter:

Männlich, mit niederösterreichischem Dialekt, ca. 170 cm groß, kräftig, etwa 90 kg, helle Hautfarbe. Er hatte eine Faustfeuerwaffe, die mit „dunkel, zierlich und rund 20 cm lang“ beschrieben wird, bei sich. Zudem war er mit einer schwarzen über den Kopf gezogen Wollmütze mit Ausnehmungen für die Augen, einer weinroten Stoffjacke (Parker) und einer schwarzen weiten Jogginghose mit seitlicher weißer Aufschrift im Oberschenkelbereich bekleidet. Er trug beige Trekkingschuhe. Weiters hatte er eine schwarze Einkaufstasche mit der Aufschrift „Spar“ bei sich.

Hinweise werden an die Polizeiinspektion Kirchberg am Wagram unter 059133-3285 oder an das NÖ Landeskriminalamt unter 059133-30-3333 erbeten.