Mann zündete aus Wut Familienhaus an

Erstellt am 05. August 2022 | 11:34
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Landesgericht St. Pölten Symbolbild
Landesgericht St. Pölten
Foto: NÖN
Ein 45-jähriger Mann zündete Mitte März im Streit mit seiner Frau das eigene Haus an. Damit gefährdete er nicht nur sie, sondern auch seine drei Kinder und seine Nachbarn. Nun musste er im Landesgericht St. Pölten dafür geradestehen.

Ein 45-jähriger Familienvater war an einem Abend Mitte März wiederholt stark betrunken nachhause gekommen, was einen Streit mit seiner Frau auslöste. In seiner Wut kündigte der Mann an, dass er "die Bude“ anzünden werde. Er holte eine Kanister Benzin aus der Garage, schüttete etwas davon auf den Vorzimmerteppich und zückte ein Feuerzeug. Angeblich musste er den Teppich nicht einmal mit der Flamme berühren, die Gase reichten aus, um ihn in Brand zu setzen.

Seine Ehefrau konnte sich noch aus dem Haus retten, die drei Kinder waren allerdings im Obergeschoss eingeschlossen. Gottseidank gab es einen Balkon, auf dem sie die Rettung durch die Feuerwehr abwarten konnten. Da es sich um eine Doppelhaushälfte handelte, wurden auch die Nachbarn gefährdet. Wir berichteten: 

Der Angeklagte zeigte sich bereits am Abend des Vorfalls geständig und auch vor Gericht bekannte er seine Schuld. Er gab an, dass er in seiner ehemaligen Beschäftigung unter Zeitdruck litt, Alkohol brachte für ihn Erleichterung. Sein Trinkverhalten verursachte jedoch Probleme in seiner Ehe.

"Ich bin wirklich froh, dass meine Familie hinter mir steht"

Nun soll der 45-Jährige sein Leben komplett umgekrempelt haben. Er gab an, keinen Alkohol mehr zu trinken, auch hat er bereits eine Entwöhnungstherapie begonnen. Mit seiner Familie habe er sich versöhnt. Seine Familie nahm außerdem das Recht in Anspruch, vor Gericht nicht gegen ihren Ehemann und Vater auszusagen. "Ich bin wirklich froh, dass sie hinter mir stehen", so der Mann.

Auf Grund der Aufrichtigkeit des Angeklagten, und seines reumütigen Geständnisses, musste nicht lang verhandelt werden. Der Mann übernahm vollste Verantwortung, sein Anwalt beteuerte auch, dass er sich nie auf seine Alkoholisierung hinausreden wollte. Die Schöffen und der Richter verurteilten ihn zu einer Geldstrafe von 1.440 Euro und einer bedingte Haftstrafe von 12 Monaten. Außerdem bekam er eine Weisung zu einer Alkohol-Entwöhnungstherapie und Bewährungshilfe.

Seine letzten Worte vor Gericht nutzte der Angeklagte: "Ich möchte mich bei meinen Kindern entschuldigen", so der 45-Jährige, mit Tränen in den Augen. Das Urteil ist rechtskräftig.