Volksbefragung zu "Grünem Platz" kommt noch 2021. Projekt wird in mehrstufigem Prozess erarbeitet. Ende des Jahres soll die Bevölkerung aus drei Varianten wählen können.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 04. März 2021 (11:29)

Nach einem holprigen Start - die Oppositionsparteien hatten sich überrumpelt gefühlt - einigten sich im Tullner Gemeinderat nun alle sechs Parteien (TVP, Grüne, SPÖ, TOP, FPÖ und NEOS) auf eine gemeinsame Vorgangsweise zur Umgestaltung des Nibelungenplatzes als "Grüner Platz".

Worum es dabei geht erklärte Daniela Allmeier von der Firma "Raumposition - Scheuvens, Allmeier, Ziegler OG" sehr anschaulich.  Das Unternehmen wurde ebenso einstimmig mit der Begleitung des mehrstufigen Prozesses samt Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerdialog beauftragt - zum Anbotspreis von 57.344 Euro.

Neugestaltung wird Mehrwert bringen

"Aktuell verkauft sich der Platz unter der Wertigkeit seiner Lage", betonte Allmeier. Es sei für sie überraschend, dass er nur als Parkplatz genutzt wird. Die Kombination aus innerstädtischer, zentraler und fantastischer Lage direkt an der Donau sei einzigartig in Österreich. "Egal in welcher Form die Neugestaltung kommt, sie wird auf jeden Fall einen Mehrwert bringen", sagte Allmeier weiter.

Er werde als Lebensraum "mit neuen Qualitäten belegt", die entscheidende Frage sei in welcher Dimension? Dazu gelte es weitere wesentliche Fragen zu klären, etwa wie der Nibelungenplatz überhaupt ein richtiger Platz wird, was er leisten und kosten soll (Finanzierungsmöglichkeiten) und natürlich wie er aussehen soll.

So läuft der mehrstufige Prozess:

  • Schon im April soll die erste Projektzeitung an die Haushalte gehen samt einer Postkarte, um Feedback dazu einholgen zu können.
  • Im Mai startet ein vierwöchiger Online-Dialog, um die Stimmungslage der Bevölkerung zu erfassen.
  • Im Mai/Juni wird das Projekt auch On-Tour in den Stadtteilen besprochen.
  • Dann startet mit Phase 2 die eigentliche Arbeit am Projekt bis Ende August eine Perspektiven-Werkstatt abgehalten wird.
  • In Phase 3 werden Vor- und Nachteile der Varianten wieder On-Tour im Stadtforum und in den Grätzln vorgestellt und erneut Feedback eingeholt.
  • Ende 2021 wird in einer Volksbefragung die bevorzugte von drei Varianten (darunter auch eine, die wie von der Opposition gewünscht maximal eine Million Euro kostet) gewählt.

Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP) dazu: "Der Nibelungenplatz ist ein Platz der Öffentlichkeit, daher soll die Öffentlichkeit am Ende des Prozesses auch ein gewichtiges Wort sprechen."

Nicht weniger erfreut zeigte sich die Opposition. Die intensiven Verhandlungen mit der TVP hätten sich gelohnt. "Das ist die beste Lösung für die Bürger, ich freue mich auf die Planungsphase", sagte Herbert Schmied (NEOS). Von einem "Kraftakt" und notwendigem Druck der geeinten Opposition sprach Andreas Bors (FPÖ): "Es wäre ein sehr teures Projekt geworden, jetzt liegt es in den Händen der Bevölkerung."

Kostengünstig, ökologisch und Ideen für Katastralen

Valentin Mähner (SPÖ) dankte den "hunderten Tullnern, die mit ihren Unterschriften den Initiativantrag möglich machten". Er hofft jetzt auf eine kostengünstige, umweltfreundliche Lösung für den Platz. "Ja, es ist sinnvoll auch in Projekte zu investieren, die nicht gleich einen direkten Nutzen haben", sagte Michael Hanzl (TOP), "die Frage ist nur wo? Immer nur im Zentrum oder auch einmal in größeren Portionen am Stadtrand und in den Katastralgemeinden?" Seine Fraktion habe für Letzteres gute Ideen.

Gespannt darauf, was bei dem mehrstufigen Prozess herauskommt, zeigte sich Rainer Patzl (Grüne): "Uns ist natürlich wichtig, dass es eine möglichst ökologische Variante wird. Ich freue mich jedenfalls, dass das jetzt so ausgegangen ist." Vor ein paar Wochen hätte er das noch nicht für möglich gehalten.