Circus Belly sitzt jetzt in Tulln fest . Keine Vorstellungen, keine Einnahmen: Traditionsbetrieb, der seit 1927 besteht, kämpft auf 93. Tournee um seine Existenz.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 01. April 2020 (04:34)

Eigentlich hätte der Circus Belly die Stadt längst wieder verlassen. Aber die Coronakrise zwang den Traditionsbetrieb nicht nur zur Absage sämtlicher Vorstellungen, die in Tulln bis 22. März angesetzt waren, sondern sie hält den Zirkus bis auf Weiteres in der Bezirkshauptstadt fest.

„Wir haben schon viele Schicksalschläge überstanden und das Zirkusleben ist immer ein Auf-und-Ab, aber mit einer derartigen Krise konnte wirklich niemand rechnen“, sagt Zirkuschefin Sylvia Klimond. Zumindest die erste Sorge, die die Standgebühr auf Tullner Grund betraf, konnte rasch beseitigt werden. „Der Bürgermeister und die Stadtgemeinde sind uns sehr entgegengekommen. Wir dürfen hier stehen bleiben“, berichtet Klimond weiter.

„Wir haben schon viele Schicksalschläge überstanden und das Zirkusleben ist immer ein Auf-und-Ab, aber mit einer derartigen Krise konnte wirklich niemand rechnen“

Darüber hinaus fanden sich rasch freiwillige Helfer, allen voran Maria Höck und Herbert Mischinger, die Lebensmittel und Tierfutter spendeten oder organisierten. Sylvia Klimond bedankt sich in diesem Zusammenhang auch bei den Unternehmen Merkur und Billa. Die Versorgung ist keine Kleinigkeit, geht es doch neben dem Zirkusteam (sieben Erwachsene und vier Kinder) auch um fünf Araberhengste, sieben Ponys, sieben Hunde, zwei Kühe und drei Katzen.

„Der Zirkus hat sich immer selbst erhalten und er bekommt auch keinerlei staatliche Unterstützung"

Sylvia Klimond will jedenfalls genau wie ihre Töchter Paloma und Angelina alles daran setzen, um weitermachen zu können. Um Hilfe zu bitten fällt ihr nicht leicht, denn: „Der Zirkus hat sich immer selbst erhalten und er bekommt auch keinerlei staatliche Unterstützung. Wir würden lieber heute als morgen wieder ein Gastspiel geben.“ Aber in dieser schwierigen Zeit ohne Auftritte und Einnahmen hofft sie, „dass uns die Bevölkerung nicht im Stich lässt“.

In diesem Zusammenhang appelliert Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl: „Wer helfen will, soll bitte Geld spenden. Zum Zirkus hinzufahren ist nicht erlaubt und damit ist auch niemandem geholfen.“

Möglich sind diese Spenden an Robert Klimond, Bankkonto AT33 6000 0204 1011 1870. Sylvia Klimond dankt schon jetzt allen Förderern und übt sich in Zuversicht: „Solange am Himmelszelt viele tausend Sterne stehen, wird unsere Zirkuswelt nicht untergehen.“

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