Schwammerlsaison startet auch im Bezirk Tulln: Tipps und Ratschläge

Erstellt am 02. Oktober 2022 | 06:09
Lesezeit: 3 Min
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Wilhelm Hafenrichter bietet eine breite Palette an verschiedenen Pilzen im Selbstbedienungsshop in Tulln (Bachwiesenstraße 3) an.
Foto: privat
„Wer sich nicht gut auskennt, sollte Pilze besser im Supermarkt suchen, dort gelten sie als sicher“, rät Hausärztin Julia Toscani.

Schwammerl sind saisonbedingt derzeit in aller Munde.

So auch in der Küche vom Landgasthaus Kurt Maurer in Großweikersdorf. Seniorchefin Maria Maurer erklärt dazu: „Pilzgerichte gibts bei uns immer sonntags, solange Saison ist. Eierschwammerl kaufen wir im Großhandel, Steinpilze bekommen wir von privaten Sammlern.“

Am Wagram werden Pilze gezüchtet

So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese meist bald aufgegessen sind. „Vorigen Sonntag haben wir fünf Kilo bekommen, die waren auch schnell wieder aus.“

Dabei gibt es jede Woche andere Tagesgerichte: Eierschwammerl werden entweder geröstet oder als Sauce serviert, wahlweise mit Schweinsmedaillons oder Knödel.

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Kurt und Maria Maurer vor ihrem Wirtshaus. Schwammerlgerichte gibt es, solange Saison ist, sonntags auf der Tageskarte.
Foto: Grolig

Auch im Gasthaus Figl (Wolfpassing) sind die Fungi aus der Speisekarte nicht wegzudenken. Wirt Patrick Friedrich bietet Steinpilze und Eierschwammerl vom Hafenrichter und Zuchtpilze wie Rosen-, Maronen-, Zitronenseitlinge oder Shiitake, Kräuterseitlinge, Buchenpilz von der Pilzwerkstatt an.

Der Tullner Obst & Gemüse Großhandel Hafenrichter bietet Eierschwammerl (Slowenien), Steinpilze (Slowenien), Pioppini Buchenpilze (Ungarn), Champignons (Ungarn), Creme Champignons (Ungarn), Austernpilze (Ungarn), Portobello Pilze (Ungarn), Parasol (Steiermark - nur kurze Zeit) und Kräuterseitlinge (Ungarn) an.

Nicht nur dort gibt es Pilze zu kaufen, sondern auch in der Wörderner Pilzwerkstatt am Dorfplatz (Josef-Karner-Platz 1). Dort züchtet Jonathan Hetzendorfer eine breite und abwechslungsreiche Palette an Speisepilz-Raritäten - mit viel Liebe gepflegt, von Hand geerntet und verarbeitet. Es gibt Frisch- und Trockenpilze, Fertigkulturen für Zuhause sowie exklusive Pilzprodukte.

Unter dem Slogan „In der Lössiade wächst Genuss“ werden am Wagram Pilze gezüchtet. Martin Schmit bietet Shiitake Pilze, Kräuterseitlinge, Austernpilze und Pom Pom blanc Pilze in seiner Schwammerl-Greißlerei in Absberg und am Kirchberger Naschmarkt an.

Schwammerlsuchen mit Bedacht

Pilzvergiftungen (oder auch der Verdacht darauf) kommen in der allgemeinmedizinischen Praxis selten vor. Woran das liegt, kann die Allgemeinmedizinerin Julia Toscani aus Königstetten kaum abschätzen: „Symptome treten oft zeitverzögert auf, also etwa einen halben Tag später und betreffen dann jene Personen, die an der Pilzmahlzeit teilgenommen haben, also bitte den Verdacht auch allen mitteilen.“

Wichtig ist der möglichst frühzeitige Kontakt zur Vergiftungsinformationszentrale (01/406 43 43) und falls noch möglich, das Sicherstellen eines Rests der Pilzmahlzeit. Eine rasche Blutanalyse ist unumgänglich, um eine Schädigung von Leber oder Nieren abschätzen zu können.

„Prinzipiell sollten nur Pilze verzehrt werden, die eindeutig identifiziert werden konnten oder - noch besser - beim Marktamt in St. Pölten oder Wien begutachtet wurden“, empfiehlt Toscani und: „Wer sich nicht gut auskennt, sollte Pilze besser im Supermarkt suchen, dort gelten sie als sicher. Außerdem verderben Pilze schnell und so können auch abgelegene Schwammerl die Symptome einer Lebensmittelvergiftung hervorrufen - selbst wenn der Pilz an sich als genießbar gilt.“ Außerdem sei beim gleichzeitigen Genuss von Alkohol Vorsicht geboten.