Pensionistin drohte mit dem Umbringen. 67-Jährige drohte mit Messer, Säge und bösen Worten. Laut Psychiater leidet sie an Geschwätzigkeit. Vor Gericht setzte es Haft.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 19. April 2019 (04:32)
NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)

Ihren Nachbarn macht eine Tullnerin (67) das Leben schwer. Zwei Männer, die mit ihr in einem Mehrparteienhaus leben, bedrohte sie mit Erschießen und Abstechen. Am Landesgericht in St. Pölten sitzt die Pensionistin vor einem Richter.

„Beim Fenster ist sie gestanden und hat mit dem Messer in der Hand gedroht, mich abzustechen“, erzählt eines der Opfer. Die Angeklagte winkt ab. „I kenn den gar net“, sagt sie.

„Ich hab’ den Mistkübel rausgetragen, da hat sie geschrien: ,Ich werd dich gleich erschießen!‘“. Und schon ist eine Schüssel aus dem Fenster geflogen. Das geht seit Jahren so“, erzählt das zweite Opfer. Dabei soll die Angeklagte eine Säge in der Hand gehabt haben. „Der wohnt gar nicht bei mir. Das ist doch ein Wiener“, erklärt die 67-Jährige zu diesem Vorfall.

Vorstrafen hat die Pensionistin bereits ausgefasst. Laut Psychiater leidet sie an Logorrhoe. „Sprechdurchfall“, erklärt ihr Verteidiger. „Ihr ist nicht klar, was sie von sich gibt.“

Das letzte Wort der Angeklagten? „Ich kann doch gar nichts machen, mit meinen fast 70 Jahren. Ich brauch’ doch neue Knie ...“, sagt wie immer wieder, bis es dem Richter reicht. „Ruhe!“ fordert dieser, „ich will das Urteil verkünden.“

Für die 67-Jährige setzt es sechs Monate Gefängnis. Weil sie die Hälfte davon bereits in U-Haft verbüßt hat, darf sie nach Hause. Schuldfähigkeit sei, so der Richter „ob krankhafter Geschwätzigkeit“ herabgesetzt, doch wisse die Angeklagte, was sie mit Drohungen bewirkt.