Bauern droht im Bezirk Tulln wieder „Katastrophe“. Er ist wieder da. Wenig Niederschlag und warme Temperaturen lassen Schädling gedeihen. Agrana setzt Maßnahmen.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 25. April 2019 (04:00)
Agrana
Mit Fallrillen soll bestimmt werden, wie intensiv eine Fläche durch den Rübenrüsselkäfer befallen ist.

Schön war’s am Osterwochende, fast keine Wolke hat den blauen Himmel eingetrübt. Des einen Freud’, des anderen Leid, denn schönes Wetter macht den Rübenbauern zu schaffen. Bis zu 80 Prozent Ernteausfälle hatte so mancher im Bezirk im Vorjahr zu beklagen.

Hauptsächlich dafür verantwortlich war der Rübenrüsselkäfer. Der verbreitet sich vor allem dann besonders gut, wenn das Wetter im Frühjahr warm und trocken verläuft. Heuer schaut es wieder ganz ähnlich aus.

orf.at
Pheromone locken die Rübenrüsselkäfer an, diese stürzen dann in einen kleinen Kübel, aus dem sie nicht entfliehen können und werden dann getötet.

„Sollte es wieder so eine Ernte geben, wie in den letzten zwei Jahren, dann wäre das für die Rübenbauern des Bezirks eine Katastrophe“, fasst Bezirksbauernkammerobmann Hermann Dam die aktuelle Situation zusammen. Bei nass-kühlen Wetterverhältnissen würde ein Pilz den Rübenrüsselkäfern zusetzen, „doch, so wie es aussieht, wird er wieder prächtig gedeihen“, so Dam.

„Sollte es wieder so eine Ernte geben, wie in den letzten zwei Jahren, dann wäre das für die Rübenbauern des Bezirks eine Katastrophe“

Der Zuckerkonzern Agrana mit Niederlassungen in Pischelsdorf und Tulln will mit Pheromonfallen und Fallrillen dem Schädling zu Leibe rücken. Herbert Eigner von der landwirtschaftlichen Forschung beim Zuckerkonzern erklärte in einem Beitrag auf orf.at und auf NÖN-Anfrage, wie man dem Käfer damit zu Leibe rücken will.

„Mit den Maßnahmen weiß man, wie stark die Felder befallen sind. Dementsprechende Mittel können dann zur Bekämpfung des Käfers eingesetzt werden. Dafür gibt es auch biologische Mittel.“ Um jetzt schon eine Katastrophenernte herbeizurufen, sei es noch zu früh.

Agrana unterstützt mit Prämie für Rübenanbau

„Wir kommen fast nicht nach die Kübel mit den Käfern zu entleeren“, sagt Dam. Für ihn sei das Verbot von Pflanzenschutzmitteln zu voreilig geschehen. „Da haben einfach Leute ein Verbot gefordert, ohne sich auch nur entfernt damit auszukennen“, beklagt Dam. Neonicotinoide könne man sehr gezielt und vorsichtig im Boden einsetzen. „Da wurde medial sehr viel Druck ausgeübt und sofort alles verboten“, sieht Dam auch darin den Grund für die Ernteausfälle bei den Zuckerrüben.

Um Bauern zum weiteren Anbau von Rüben zu motivieren, unterstützt die Agrana, laut orf.at, die Landwirte heuer zusätzlich mit einer Anbauprämie von 170 Euro pro Hektar.