Bezirk Tulln: Lockdown als neue Chance. Ein ungewöhnliches Schuljahr ist zu Ende. Die NÖN fragte Direktoren, Lehrer, Schüler und Eltern, wie es ihnen ergangen ist.

Von Helga Urbanitsch. Erstellt am 08. Juli 2020 (04:50)
Ravza, Paul, Juna, Marlies, Therese, Linda,
Jamie, Emily, Krishna und Felix von der 4A
der Volksschule Königstetten freuen sich nun auf die Ferien.  Foto: Gutscher
Gutscher

Homeschooling, neue Kommunikationsplattformen und Distance Learning stellte in den vergangenen Monaten viele Lehrer, Schüler und Eltern vor große Herausforderungen.

„Das Kommunikationstool „schoolfox“, von dem wir anfangs wenig Ahnung hatten, hat sich sehr gut etabliert, es ermöglichte uns, mit den Eltern zu kommunizieren“, erklärt Helga Diensthuber, Direktorin der Neuen Mittelschule und der Allgemeinen Sonderschule Sieghartskirchen..

„Die Rückmeldungen der Eltern in der Lockdown-Phase waren großteils außerordentlich positiv.“Irene Schlager, Direktorin BG/BRG

Von Anfang an gab es hier Videokonferenzen und auch die Lernplattform für Kinder funktionierte gut. Der gewohnte Tagesablauf sollte so gut wie möglich erhalten bleiben, da waren fixe Zeiten und ein fixer Stundenplan sehr hilfreich“, so die Direktorin. Lehrer und Schüler hatten Dienstzeiten und mussten auch pünktlich sein.

Das Miteinander war in dieser schwierigen Zeit groß geschrieben. „Es waren völlig neue Erfahrungen, wir hatten ein wirklich schönes Miteinander und die Lehrer unterstützten sich gegenseitig“, resümiert Helga Diensthuber.

Was aus diesen Monaten mitgenommen wird, ist nicht nur das neue Miteinander, „auch kleine Online-Konferenzen werden wir weiter machen“, ist sich die Direktorin sicher.

Übrigens steigen alle Kinder in die nächste Klasse auf.

Auch im Tullner Gymnasium bewältigte man Homeschooling bestens. „Das Distance Learning hat jedenfalls einen Schub im Bereich der Digitalisierung gebracht und hat im Wesentlichen erstaunlich gut funktioniert, obwohl die meisten, Lehrer wie Schüler, die persönlichen Begegnungen im Unterricht bevorzugen und sich auf die Zeit des Präsenzunterrichts gefreut haben“, weiß Direktorin Irene Schlager.

„Ein Schub im Bereich Digitalisierung“

„Die aus der Homeschooling-Zeit gewonnenen digitalen Kompetenzen kommen uns in künftigen Unterrichtsphasen sicher zugute“, erklärt die Pädagogin weiter.

In Kooperation mit der HLW konnten die Hygieneregeln am Bundesschulzentrum Tulln sehr gut umgesetzt werden, „wobei uns auch die baulichen Verhältnisse geholfen haben.“ Mit verantwortlich waren die breite Eingangsfront, die Freiraumklasse sowie große Flächen für den Unterricht im Freien.

Lobend wurden die Schüler von der Direktorin erwähnt, die sich „in der Regel diszipliniert verhalten haben und alle Regeln befolgten.“

Für die Einhaltung der Abstandsregel war das Tragen der Masken in der ersten Zeit des Präsenzunterrichts ein deutliches Signal und das Bewusstsein für die Problematik wurde durch den Mund-Nasen-Schutz geschärft.

Die Rückmeldungen der Eltern im Verlauf der Lockdown-Phase sowie jetzt zum Schulschluss waren „großteils außerordentlich positiv, wobei wir dankbar sind für die gute Kooperation mit dem Elternverein und den Erziehungsberechtigten generell“, betont Irene Schlager.

Mehr als die Hälfte der Schüler hat mit ausgezeichnetem oder gutem Erfolg abgeschnitten. „Wir freuen uns sehr darüber, auch über die Erfolge unserer Maturanten, denen wir sogar gestaffelt nach Klassen eine kleine, schöne Maturafeier ausrichten konnten.“

Kreativität für das Miteinander: „Erstaunlich und beeindruckend“

Von „reibungslos bis herausfordernd“ schwanken die Homeschooling-Erfahrungen der Kreamont-Eltern der Montessori Schule in St. Andrä-Wördern.

„Nach einer kurzen Anlaufphase funktionierte E-Learning sehr gut. Die Lehrer fanden schnell über das schuleigene Intranet eine Plattform, die für alle Beteiligten zugänglich war“, so Schulleiterin Manuela Gusterschitz, die besonders die Kreativität im Erschaffen des Miteinanders trotz der räumlichen Trennung als „erstaunlich und beeindruckend“ hervorhebt.

Da das Unterrichten an Montessorischulen doch vom Regelschulbetrieb abweicht, bekamen die Kinder auch viele Anregungen jenseits der kognitiven Anforderungen, denn „durch das erzwungene Neudenken sind völlig andere Ideen und Strategien entstanden, vor allem zu erfahren, dass es andere Wege zum selben Ziel gibt. Die soziale Komponente ist aber durch nichts zu ersetzen.“

„Völlig andere Ideen und Strategien“

Von einem „Lernprozess“ im E-Learning spricht Claudia Pilz, Mutter einer Gymnasiastin in der Unterstufe. „Sophie lernte viel dazu, sie ist nun viel selbstständiger als vorher.“

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