Heiße Politdebatte um Birken. 30-jährige Birken werden nun zum Großteil geschlägert.

Von Gabi Gröbl. Erstellt am 10. April 2019 (04:04)
Die markierten Birken werdengefällt.
Gröbl

Vor rund 30 Jahren wurden die Birken in der Elsbachgasse von Anrainern gepflanzt. Diese baten vor rund fünf Jahren die Gemeinde um den Rückschnitt der Bäume. Nach einer Ausschreibung an Fachbetriebe durch die Gemeinde wurden die Bäume vom Bestbieter geschnitten - allerdings führte ein Subunternehmer des Anbieters die Arbeiten nicht sachgemäß aus.

Christian Rohr, parteiloser Gemeinderat und von Beruf Baumsachverständiger, machte mehrfach auf die Gefahren der falsch geschnittenen Bäume aufmerksam und forderte die Gemeinde auf, diesen Schaden mit der Versicherung des Verursachers zu klären. Rohr: „Hier ist ein Schaden entstanden, es geht um Steuergelder. Außerdem waren damals die Vergaben gesetzeswidrig und Gelder sind in ÖVP - nahe Taschen geflossen.“ Er führte in der Vorwoche auf eigenes Risiko einen Kronensicherungsschnitt durch und analysierte den Baum.

Gefahr besteht durch hohe Bruchgefahr

Rohr erklärte, dass im Inneren der Bäume Holzabbauprozesse stattfinden, die in Kombination mit den ausgetriebenen Ästen ein hohes Gefahrenpotenzial darstellen, unter anderem hohe Bruchgefahr. Weiters forderte er die Bürgermeisterin auf, die Sicherheit auf öffentlichem Grund zu gewährleisten.

Bürgermeisterin Josefa Geiger (ÖVP) konterte mit einem Gutachten, das ein Experte im Auftrag der Gemeinde verfasste. Geiger: „Ja, die Bäume wurden damals nicht sachgemäß geschnitten. Laut unserem Sachverständigen war in keinster Weise Gefahr in Verzug.“ Auch die Standortfrage regte zu Diskussionen an. Der Wiesenstreifen müsste vermessen werden, um festzustellen, ob die Birken auf Gemeindegrund, Grund des Landes oder der Republik stehen.

Nach der Aufklärung durch Christian Rohr geht die Birken-Frage in die nächste Runde. Vorerst werden 14 der insgesamt 23 Birken gefällt. Es wird keine Neupflanzungen an dieser Stelle mehr geben. Die Gemeinde erstattete Anzeige gegen Christian Rohr aufgrund des Sicherungsschnittes. Rohr: „Mir geht es um die Sicherheit der Bürger und um die Art der Auftragsvergabe.“

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