Bäder im Bezirk Tulln: Ist die Saison gelaufen?. Mit Yoga und einem erweiterten Buffet wollen Gemeinden und Gastronomen retten, was noch zu retten ist.

Von Doris Firmkranz und Christa Wallak. Erstellt am 05. August 2020 (04:00)
in den Freibädern herrscht noch jede Menge Platz. Der große Ansturm ist trotz einiger tropisch heißer Sommertage bislang ausgeblieben.
Wallak

Virus und Wetter haben die diesjährige Badesaison nachhaltig beeinflusst. Nach einem Lokalaugenschein im Tullner Aubad und einem kurzen Abstecher ins Königstettner Parkbad hat die NÖN die Situation von Freibädern im weiteren Umkreis unter die Lupe genommen.

Da stellt sich zunächst einmal grundsätzlich die Frage, wie es mit den Besucherzahlen bisher ausschaut.

„Die Umsätze sind zwar etwas geringer, aber alles in allem ist es bis dato eine gelungene Saison.“ Kantinenbetreiber Markus Faustenhammer

Erst an einem Tag kam die Anzahl der Badegäste im Absdorfer Freibad der heuer geltenden maximalen 500er-Marke nahe. 2019 verzeichnete das Freibad in der gesamten Saison circa 17.000 Besucher, per Ende Juli dieses Jahres waren es rund 5.000. „Wir hoffen, noch auf 12.000 zu kommen“, wünscht sich der Geschäftsführende Gemeinderat Franz Nefischer.

„Vor Kurzem haben wir eine Photovoltaikanlage installiert und müssen demnächst den Wärmetauscher erneuen. Die Einnahmen sollten die technischen Adaptierungen wenigstens teilweise abdecken“, erklärt Nefischer.

In Großweikersdorf beurteilt Bürgermeister Alois Zetsch den Besuch des Freibades seit der Eröffnung Ende Juni bis jetzt mit sehr gut. „Wir haben die Öffnungszeit von 10 Uhr auf 9 Uhr vorverlegt. Aufgrund der Größe der Liegefläche und des Beckens haben wir bisher keine Probleme mit der Personenbeschränkung. Wir haben entsprechende Vorkehrungen getroffen, wie z. B. getrennte Zu- und Abgänge und Hinweisschilder mit den Regeln“, informiert er. Die Besucher werden im Eingangsbereich bei der Kassa erfasst und die tatsächlich anwesenden Personen errechnet. Die Anzahl der Personen im Becken wird durch den Bademeister kontrolliert.

Wie jedes Jahr werden auch heuer wieder Schwimmkurse abgehalten, so auch der im Rahmen des Sommerprogramms durchgeführte Kurs für Kinder. Und was die Verpflegung betrifft: Für die Kantine wurde eine neue Pächterin gefunden und das Angebot erweitert.

Im Erlebnisbad der Marktgemeinde Sieghartskirchen dürfen sich derzeit nur 200 Personen gleichzeitig aufhalten. Demnach sind auch die Besucherzahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr geringer. „Die Vorschriften werden großteils eingehalten“, ist Bademeister Norbert Dam zufrieden.

Herausfordernd waren die Abstandsbestimmungen vor allem im Bereich der Erlebnisrutsche, da diese zum Großteil von Kindern und Jugendlichen in Anspruch genommen wird. Um die Einhaltung der Abstandsregeln hier zu verbessern, ist die Benützung seit letzter Woche nur mehr zu festgelegten Zeiten möglich.

Aktuelle Informationen zum Erlebnisbad findet man laufend auf https://www.sieghartskirchen.gv.at/Erlebnisbad. „Die Zugriffsstatistik zeigt, dass diese Informationsseite guten Zulauf findet, da wir hier nun neben der Wassertemperatur auch eine Information online stellen, wenn die maximale Besucheranzahl erreicht ist“, lautet es aus der Gemeindestube. „Auf die Abstandsregeln wird durch Plakataushang und durch persönliche Kommunikation beim Eintritt sowie bei Notwendigkeit durch unsere Bademeister hingewiesen“, erläutert Bürgermeisterin Josefa Geiger.

Viel Verständnis für die dem Coronavirus geschuldeten Einschränkungen zeigen nicht nur die Badegäste, sondern auch die der jeweiligen Kantinen.

„Auf die Abstandsregeln wird durch Plakataushang und durch persönliche Kommunikation beim Eintritt sowie bei Notwendigkeit durch unsere Bademeister hingewiesen“

Markus Faustenhammer, der Betreiber der Gastronomieeinrichtung „Blaue Lagune“ im Erlebnisbad Sieghartskirchen berichtet: „Aufgrund des späteren Starts der Badesaison und des durchwachsenen Wetters sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer, aber alles in allem ist es bis dato eine gelungene Badesaison für die „Blaue Lagune“.

So wie in so manch anderem Bad im Bezirk ist man auch in Siegharts-kirchen den Pächtern finanziell entgegengekommen. In der Gemeinderatssitzung von Anfang Juni wurde eine 20%ige Reduktion der Pacht für die Badesaison 2020 beschlossen.

Mit Doris Mantler hat man in Großweikersdorf heuer eine neue Pächterin für die Bad-Kantine gefunden. Sie nimmt die Ausnahmesituation gelassen, weil laut eigenen Angaben ihr zweites Standbein, das benachbarte Restaurant Aris, derzeit recht gut läuft. Sie lässt sich besondere Aktionen einfallen und beweist dabei großen Einfallsreichtum. „An vier Sonntagen wird um 8 Uhr eine Yogastunde auf der Liegewiese abhalten. Anschließend servieren wir den Teilnehmern ein vegetarisches Frühstück“, so die Gastronomin.

Umfrage beendet

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