„Orange the World“: Auch Tulln setzt Zeichen gegen Gewalt

Bis 10. Dezember erstrahlen viele Kliniken als Zeichen gegen Gewalt in Orange.

Erstellt am 30. November 2021 | 15:30
Lesezeit: 2 Min
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Kaufmännischer Direktor Andreas Mikl, Pflegedirektorin Eva Kainz, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und die Leiterin der Opferschutzgruppe Viktoria Wentseis vor dem Universitätsklinikum Tulln.
Foto: Robert Herbst

Unter dem Motto „Orange the World – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird weltweit bis 10. Dezember auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Auch die NÖ Landesgesundheitsagentur ist dabei: Mehrere NÖ Landes- und Universitätskliniken erstrahlen in Orange.

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Die Mitarbeiter des Wohnbereichs 4 im PBZ Tulln tragen orangefarbene FFP2-Masken als Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen. Piumi Dannereder, Tanja Schaupp, Marko Lujic, Marion Riener, Zaleha-Viktoria Roch, Mathilde Kummer, Michael Wedra, Jeannyne Faimann, Marion Prager
Foto: PBZ Tulln

Eine von fünf Frauen in Österreich ist zumindest einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Auch Kinder, ältere Menschen, Männer oder Menschen mit Behinderung trifft Gewalt.

„Es gibt sicher eine hohe Dunkelziffer an Frauen, die häusliche Gewalt nicht meldeten bzw. nicht melden konnten“, meint Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Daher wird auch die NÖ Landesgesundheitsagentur im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ auf dieses Thema hinweisen. Häufig fehle den Betroffenen der Mut, sich mit ihrer Lage aktiv an die Polizei oder an eie andere Institution zu wenden.

Hilfsangebot ist vorhanden

Es gebe ein gut ausgebautes Netzwerk an Einrichtungen, wie Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser und Gewaltschutzzenten sowie auch das NÖ Frauentelefon.

Fast jede fünfte Frau wendet sich nach erlittener Gewalt an Einrichtungen des Gesundheitssystems. Kliniken können damit wichtige Partner bei der Verhinderung und Prävention von Gewalt gegen Frauen sein. Daher gibt es in den NÖ Landeskliniken Opferschutzgruppen, deren Aufgabe es ist, Menschen dafür zu sensibilisieren, genauer hinzuschauen und nachzufragen.

Viktoria Wentseis, klinische Psychologin und Leiterin der Opferschutzgruppe im Uniklinikum Tulln, will v. a. mit externen Partnern, wie der Polizei, Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen und Gewaltschutzzentren vernetzt sein. „So können wir kompetente Hilfe anbieten und Betroffene informieren, an wen sie sich wenden können“, erklärt sie.

Um die Kampagne gegen Gewalt“ zu unterstützen, tragen die Mitarbeiter in den NÖ Kliniken sowie in den Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren, orangefarbene FFP2-Masken.

Frauenrechte vermehrt im Fokus

In Tulln griff auch die Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) das Thema Gewalt auf und setzte Schwerpunkte, wie Direktorin Margit Längauer erklärt: „Die Schüler befassten sich intensiv mit dem Thema und hatten tolle Ideen. So wurden orange Freundschaftsarmbänder geknüpft, Plakate gestaltet und die Schüler werden am Tag der Menschenrechte orange Kleidung tragen.“

Der Künstler Gottfried Helnwein setzt sich seit vielen Jahren für Frauenrechte ein und ist auch im Opferschutz aktiv tätig. Er möchte nicht nur auf die Situation in Österreich hinweisen, sondern weltweit: „Die Menschenrechtslage der Frauen und Mädchen ist in Teilen der Welt katastrophal, wie beispielsweise die Lage in Afghanistan zeigt. Dort haben Millionen Frauen und Mädchen keine Rechte auf Schule und Ausbildung, und tatsächlich überhaupt keine Rechte mehr.“