Tulln 2030 - die Bürger reden mit. Gemeinderat beschließt Strategie-Erstellung, neuen Freizeitpark mit Hundezone und Verlängerung der Bausperre.

Von Thomas Peischl. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:31)
Rund um die BMX-Bahn (Bildmitte) werden Bäume und Sträucher gesetzt, Spiel- und Blühwiesen sowie eine eingezäunte Hundezone angelegt.
ARGE Stadtgrün

Bereits 2018 hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Erstellung eines neuen örtlichen Entwicklungskonzepts gefasst. Neben der Raumplanung soll es auch die Bereiche Energie, Stadtgrün, Umwelt, Mobiliät und Digitalisierung umfassen.

Jetzt wurde dieser Beschluss für die „Tulln Strategie 2030“ einstimmig erweitert. Auch Innenstadt sowie Universitäts- und Wirtschaftsstandort Tulln werden analysiert. Spätestens im Frühjahr 2020 sollen alle Expertengrundlagen vorliegen.

Alle Parteien und Bürger ins Boot geholt

Dann werden im zweiten Schritt politische Experten aller Tullner Parteien befragt. Beim dritten und finalen Schritt werden alle Tullner mit einem Bürgerbeteiligungsprozess eingebunden. „Wir wollen einen Kompass für Tulln entwickeln, ein räumliches und strategisches Leitbild“, erklärte dazu Bürgermeister Peter Eisenschenk (TVP). Besonders wichtig sei ihm, dass die Bürger zu Wort kommen und, dass alle Parteien eingebunden werden.

Stadtrat Harald Wimmer (SPÖ) erinnerte an die Errichtung des neuen Hauptplatzes mit Tiefgarage: „Wie damals ist das auch hier wichtig, da die Bürger vielleicht eine ganz andere Perspektive haben als wir.“ Im Beteiligungsprozess könnten diese Perspektiven zusammengeführt werden. Auf Anregung von Herbert Schmied (NEOS) wurde auch die Einführung eines Bürgerbeteiligungsmanagements einstimmig beschlossen. „Schließlich geht es hier um ein komplexes Thema, das das gesamte Gemeindegebiet umfasst“, betonte Schmied.

Tatsächlich vom Gemeinderat verabschiedet werden soll die „Tulln Strategie 2030“ übrigens im Frühsommer 2021. Das macht auch die Verlängerung der Bausperre im Kerngebiet um ein Jahr notwendig. Hier enthielt sich die FPÖ der Stimme, und die Mandatare von TOP stimmten dagegen.

Ebenfalls verlängert wurde eine Vereinbarung mit der SÜBA in Sachen Frank Haus, das nun tatsächlich geschleift werden soll (die NÖN berichtete). Ursprünglich war die Bauklassen-Erhöhung bis Ende 2019 befristet, diese Frist wurde nun (bei Enthaltung von TOP und Grünen) auf Ende 2021 gesetzt.

Punktuelle Sperren für Frank-Baustelle

Ludwig Buchinger (TOP) hegte nach wie vor Zweifel an der Umsetzung der Neubaupläne und: „Wie ist die Baustelle überhaupt geregelt? Wie laufen die Zufahrtswege?“ Vizebürgermeister Harald Schinnerl (TVP) dazu: „Es kann sein, dass punktuell gesperrt werden muss. Aber wir wollen nicht, dass das Grätzl vom Verkehr abgeschnitten wird.“

Noch in diesem Jahr wird das Freizeitareal rund um BMX-Bahn, Skateplatz und Verkehrskindergarten erweitert. Geplant sind rund 5.000 Quadratmeter Freizeitwiesen, die Möblierung mit Sitzgruppen/Loungemöbeln und Picknicktischen, die Errichtung von Trinkbrunnen, die Bepflanzung mit 34 Park- und Obstbäumen, 700 m Strauch- und Gehölzflächen, Blühwiesen im Ausmaß von 7.300 m und last but not least eine 1.150 m große Hundezone. Diese hätte Stadtrat Ludwig Buchinger eher in einem von Bahngleisen begrenzten, ebenfalls mehr als 1.000 Quadratmeter großen Grundstück der Stadtgemeinde gesehen: „Dieses Areal ist ohnehin nicht anders nutzbar.“

Letztlich wurde aber auch dieser Beschluss einstimmig gefasst. Die Stadtgemeinde investiert hier rund 130.000 Euro, wovon alleine 60.000 Euro auf die Bepflanzung entfallen (witterungsbedingt spätestens im Frühjahr 2020).