Steinbock-Irrweg bleibt ein Rätsel. Rätselhaft / Steinbock verirrte sich auf ein Firmengelände. Über seine Herkunft gibt es Spekulationen.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 04. Dezember 2013 (23:59)
NOEN, ORF NÖ
Kam und verschwand wieder auf rätselhafte Weise: Steinbock auf Grafenwörther Firmenareal.ORF NÖ
Von Doris Firmkranz

Aug’ in Aug’ gegenüber standen einander Freitagfrüh der Mitarbeiter eines Transportunternehmens und ein Steinbock.

Da sich das Areal im Nahbereich der stark befahrenen Schnellstraße befindet, wollte man das Tier so rasch wie möglich einfangen – hätte doch der Steinbock laut Experten mühelos die Lärmschutzwand überspringen können.

Steinbock wurde in nahe liegendes Gehege gebracht

Wie das ORF Landesstudio NÖ berichtet, riegelten Polizei und Asfinag den Zugang zur Schnellstraße ab und einem aus Wien herbeigerufenen Team von Tierärzten gelang es, das Tier mit einem Betäubungsgewehr ruhig zu stellen.

„Dann wurde es in ein nahe liegendes Gehege gebracht“, berichtet Bezirksjägermeister Alfred Schwanzer. Doch kaum war das Tier aus der Betäubung aufgewacht, rannte es davon, sprang in Panik über den Zaun und verschwand in der Au.

In der Zwischenzeit soll der Steinbock wieder gesichtet worden sein. Bis Redaktionsschluss befand er sich jedoch noch immer auf „freiem Fuß“.

Steinbock vielleicht illegal gehalten

Gerüchte, wonach das Tier von einem Gestüt in Stettenhof stammen soll, erwiesen sich als falsch. Nicht Steinböcke werden dort gehalten, sondern Mufflons. Der Besitzer, Josef Kienböck, wäre jedoch bereit, den herrenlosen Steinbock aufzunehmen: „Er würde sich mit den Mufflons gut vertragen.“

Woher der Steinbock – er ist geschützt – gekommen war, und wo er sich derzeit aufhält, bleibt also noch immer ein Rätsel. „Man kann davon ausgehen, dass der Steinbock illegal gehalten worden ist“, so Peter Lebersorger vom Landesjagdverband. „Die Tullner Au stellt keinen geeigneten Lebensraum für ihn dar. Genau so gut könnte man hier einem Einhorn begegnen.“